Südliche Landschaft mit Viehtränke in einer Furt
Abraham Jansz. Begeyn (Bega)
1666
Über die künstlerischen Anfänge Abraham Jansz. Begeyns ist nur wenig bekannt, die häufig erwähnte Lehrzeit bei Nicolaes Berchem umstritten. Von 1655 bis 1668 war Begeyn Mitglied der Leidener Lukasgilde. In der zweiten Hälfte der 1650er-Jahre hielt er sich in Italien auf und war 1672 in Amsterdam. Noch im selben Jahr reiste er nach London. Zwischen 1681 und 1685 lebte Begeyn in Den Haag und wurde 1688 als Hofmaler des Kurfürsten Friedrich III. von Brandenburg nach Berlin berufen, wo er 1697 starb.
Das Sujet einer durch eine weite Flussebene ziehenden Herde geht auf Jan Asselijn zurück, der dieses Motiv – als erster der italianisierenden Künstler – zur räumlichen Erschließung der Landschaft einsetzte. Mit dem Datum 1666 ist die Entstehung der Zeichnung in der Leidener Zeit gesichert. In der sehr bildhaft durchgeführten, von südlicher Helligkeit durchtränkten Grisaille werden Detailschärfe und Kontrastwirkungen zum Hintergrund hin stufenweise reduziert. Am lebendigsten gestaltete er den Vordergrund mit Reiter, Tieren und Vegetation. Diese Elemente setzen sich von dem schematisch angedeuteten Mittel- und Hintergrund effektvoll ab. Sehr differenziert behandelt Begeyn die Wasserspiegelungen, die Bodenstruktur und die Bäume mit ihren sonnenbeleuchteten Stämmen und getupften Laubmassen.
Bosch, Bruegel, Rubens, Rembrandt. Meisterwerke der Albertina, hg. von K. A. Schröder und C. Metzger, Albertina, Wien, Ostfildern 2013, Abb. 130, S. 270.
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