Bacchus unter den Musen
Bonaventura Genelli
1822-1832
Nach Ebert 1960, IV, Nr. 52, der sich dabei vermutlich auf die außerordentlichen Genelli-Materialien im Nachlass von Lionel von Donop (dann kunsthistorisches Seminar der Universität Leipzig) stützte, stammt das vorliegende Aquarell aus dem Besitz des Sängers Franz Hauser (1794-1870), von dem es die Albertina 1845 kaufte. Hauser übersiedelte 1846 von Wien nach München, 1865 nach Karlsruhe und 1867 nach Freiburg/Br., wo er bis zu seinem Tod wohnte. Seinen früh verstorbenen Sohn Moritz porträtierte Genelli als 6jährigen Knaben 1831-1832 (Ebert 1960, IV, Nr. 1292). Auch sein jüngerer Sohn Joseph, seit 1850 als Bariton dem Ensemble des Karlsruher Hoftheaters angehörend, scheint mehrfach als Besitzer von Arbeiten Genellis in Eberts Werkverzeichnis auf.
Die Signierweise mit dem "w" in seinem Namen "Bonawentura Genelli pinxt." ist nach Ebert 1960, I, S. 77 (vgl. Ebert 1971, S. 48, Anm. 70) ein Kennzeichen für die Entstehung des Blattes in Genellis römischer Zeit 1822-1832. Eine gleich große, wahrscheinlich ebenfalls noch in Rom gezeichnete Aquarellfassung befindet sich im Besitz der Erben Richard Wagners in Bayreuth, Haus Wahnfried. Sie ist entweder als Replik der vorliegenden oder als Erstfassung anzusprechen (vgl. Ebert 1960, IV, Nr. 51, wo das Bayreuther Exemplar trotzdem in die nachrömische Zeit "1834-1835?" datiert erscheint). Eine dritte, ebenfalls annähernd gleichformatige, jedoch braun lavierte Ausführung der Komposition, die nach Ebert später entstand, besitzt das Kupferstich-Kabinett Dresden (Inv. Nr. 1908/189; vgl. Ebert 1960, I, S. 77, IV, Nr. 93; Ebert 1971, Abb. 42).
Ebert kommentiert nicht die Tatsache, dass die späteren "Wiederholungen" der Komposition in den Jahren 1850 und 1852 sowie die im Auftrag Adolf Friedrichs von Schack 1867 realisierte Ölfassung (vgl. Ebert 1960, I, S. 77; Ebert 1971, S. 172-174, Abb. 148, Anm. 264) nicht nur kleinere Abweichungen, speziell in den Zwickeln auch einige kompositionelle Umstellungen der Motive, sondern im linken unteren Zwickel darüber hinaus ein anderes Bildthema zeigt. Als Ersatz für die Darstellung "Bacchus als Beschützer einer Jungfrau, die von einem Triton bedroht wird" ist die Szene des stehend auf zwei weiblichen Kentauren voransprengenden Bacchus zu sehen. Hinterdreinspringend und sich an den Schweifen der Kentaurinnen festhaltend, erscheint ein Faun. Die mythologische Quelle dieser Szene konnte leider nicht eruiert werden, da sie auch nicht im Text zur Reproduktion in "Satura" (vgl. Jordan 1871, Taf. 11-14), die ja die Schacksche Fassung abbildet, erwähnt ist.
Die Signierweise mit dem "w" in seinem Namen "Bonawentura Genelli pinxt." ist nach Ebert 1960, I, S. 77 (vgl. Ebert 1971, S. 48, Anm. 70) ein Kennzeichen für die Entstehung des Blattes in Genellis römischer Zeit 1822-1832. Eine gleich große, wahrscheinlich ebenfalls noch in Rom gezeichnete Aquarellfassung befindet sich im Besitz der Erben Richard Wagners in Bayreuth, Haus Wahnfried. Sie ist entweder als Replik der vorliegenden oder als Erstfassung anzusprechen (vgl. Ebert 1960, IV, Nr. 51, wo das Bayreuther Exemplar trotzdem in die nachrömische Zeit "1834-1835?" datiert erscheint). Eine dritte, ebenfalls annähernd gleichformatige, jedoch braun lavierte Ausführung der Komposition, die nach Ebert später entstand, besitzt das Kupferstich-Kabinett Dresden (Inv. Nr. 1908/189; vgl. Ebert 1960, I, S. 77, IV, Nr. 93; Ebert 1971, Abb. 42).
Ebert kommentiert nicht die Tatsache, dass die späteren "Wiederholungen" der Komposition in den Jahren 1850 und 1852 sowie die im Auftrag Adolf Friedrichs von Schack 1867 realisierte Ölfassung (vgl. Ebert 1960, I, S. 77; Ebert 1971, S. 172-174, Abb. 148, Anm. 264) nicht nur kleinere Abweichungen, speziell in den Zwickeln auch einige kompositionelle Umstellungen der Motive, sondern im linken unteren Zwickel darüber hinaus ein anderes Bildthema zeigt. Als Ersatz für die Darstellung "Bacchus als Beschützer einer Jungfrau, die von einem Triton bedroht wird" ist die Szene des stehend auf zwei weiblichen Kentauren voransprengenden Bacchus zu sehen. Hinterdreinspringend und sich an den Schweifen der Kentaurinnen festhaltend, erscheint ein Faun. Die mythologische Quelle dieser Szene konnte leider nicht eruiert werden, da sie auch nicht im Text zur Reproduktion in "Satura" (vgl. Jordan 1871, Taf. 11-14), die ja die Schacksche Fassung abbildet, erwähnt ist.
Künstler:in
Bonaventura Genelli
(Berlin 1798 - 1868 Weimar)
Date1822-1832
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesFeder in Schwarzgrau, Aquarell, mit Pinsel in Weiß gehöht
Dimensions41,5 × 65,5 cm (16 5/16 × 25 13/16 in.)
CreditALBERTINA, Wien
Object number14687
Signedre. u.: "Bonawentura Genelli pinxt" (Feder in Schwarz)
Bibliography
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/18999/bacchus-unter-den-musenImage RequestLast edited05.01.2022