Roelant Roghman, Schloss Swieten, Inv. Nr.: 15130
Schloss Swieten
Roelant Roghman, Schloss Swieten, Inv. Nr.: 15130
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Schloss Swieten

Roelant Roghman

1646/47




Die Zeichnung des prächtigen Schlosses Swieten bei Leiden stammt aus einer Serie von über 200 gleichartigen Darstellungen von Schlössern und Landsitzen, die Roelant Roghman überwiegend 1646 und 1647 ausführte. Der Detailreichtum der klar erfassten Bauteile weist auf eine Vorzeichnung vor Ort mit Grafitstift und Kreide hin, wie es auch der zeichnende Künstler am Ufer nahe legt. Im Atelier dürfte die malerische Ausarbeitung mit Pinsel erfolgt sein. Vermutlich handelte es sich um ein Auftragswerk, doch ist der Besteller nicht bekannt. Die Folge zeugt vom Stolz auf die Bauwerke der noch jungen Republik der Vereinigten Niederlande.


Künstler:in (Amsterdam 1627 - 1692 Amsterdam)
Date1646/47
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesFeder in Braun, Pinsel in Grau, grau laviert, über Graphitstift
Dimensions38,8 x 52,9 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number15130
Signedl.u. "R. Roghman"
Markingsl.u. Herzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
Text

Roelant Roghman war der Sohn des Kupferstechers Hendrick Lambertsz. Roghman. Sein Großvater mütterlicherseits war Jacob Savery. Der Großteil seines OEuvre besteht aus Zeichnungen von Landschaften und topografischen Ansichten. Zudem sind fünfzig Radierungen und auch einige Gemälde bekannt.

Innerhalb des Gesamtwerks seiner Zeichnungen, die im Allgemeinen schwer datierbar sind, nehmen die großformatigen Darstellungen von Schlössern, die er 1646/47 als etwa 20-Jähriger an mehreren Orten in Utrecht und Holland anfertigte, eine eigene Stellung ein. Über Entstehungsgeschichte und Funktion dieser außergewöhnlichen Blätter ist nichts bekannt. Doch könnte in vorliegender Vedute die Wiedergabe des zeichnenden Künstlers, zu dem sich zwei Hunde gesellen, auf die Funktion eines Titelblatts hinweisen. Vom Schloss Swieten, das sich in der Nähe von Leiden befand, fertigte Roghman insgesamt vier Zeichnungen an, von denen die Versionen in Wien und im Rijksmuseum Amsterdam (Inv. RP-T-1879-A-81) weitgehend identisch sind. Es ist anzunehmen, dass die Wiener Federzeichnung vor allem aufgrund der vielen Pentimenti früher entstanden ist als das Amsterdamer Blatt, das die Formen monumentaler behandelt.

Diese sachlich beschreibenden und gleichzeitig atmosphärisch wirkenden Schlosszeichnungen sind im niederländischen 17. Jahrhundert als einmalige Leistung zu bezeichnen, die umso mehr beeindruckt, da es sich hier um Jugendwerke handelt. Erst im 18. Jahrhundert sollte dieses Genre eine weitere Verbreitung finden. Die klare Monumentalität der Blätter von Roelant Roghman blieb jedoch unerreicht.

Catalogue raisonné
  • Sumowski 1979-1992, Bd. 10, Nr. 2220
  • Bibliography
  • Schönbrunner/Meder 1896-1908, Bd. 8, Nr. 844, Abb.
  • Benesch 1964/1981, Nr. 184, Abb.
  • van der Wyck/Niemeijer 1990, Bd. 1, S. X, Nr. 187, Abb.
  • Kloek/Niemeijer 1990, Bd. 2, S. 127-130, Abb. 166
  • Sumowski 1979-1992, Bd. 10, Nr. 2220
  • A.K. Rembrandt and his time. Masterworks from the Albertina (Vienna), Milwaukee 2005, Nr. 85
  • A.K. Das Zeitalter Rembrandts, hg. von K. A. Schröder und M. Bisanz-Prakken, Albertina, Wien, Ostfildern 2009, Nr. 135 (M. Bisanz-Prakken)
  • Provenance
  • Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Online resources
    IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/32193/schloss-swietenImage Request
    Last edited21.02.2022