Kaiser Maximilian I. (1459-1519)
Albrecht Dürer
1518
Albrecht Dürer begleitete 1518 die Delegation der Stadt Nürnberg zum Reichstag in Augsburg. Dort traf er am 28. Juni den Kaiser und porträtierte ihn in Kreide. Über die näheren Umstände des Zusammentreffens ist nichts bekannt, doch vermerkte Dürer in seiner Aufschrift in der oberen rechten Ecke des Blattes, dass das Treffen in der Stube des Kaisers in der Burg stattfand. Die Zeichnung ist damit ein einzigartiges Dokument des Zusammentreffens des mächtigsten Herrschers der Christenheit mit einem heute weltberühmten Künstler. Sie vermittelt zudem ein sehr einfühlsames, inoffizielles Bildnis des Kaisers: Es zeigt den Herrscher gedankenverloren, ohne Insignien seiner Macht.
Das Blatt diente Dürer als Vorlage für ein Holzschnittbildnis (Inv. DG1934/483) und für zwei Gemälde (Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum; Wien, Kunsthistorisches Museum). Für letztere fertigte Dürer noch eine Studie mit einem Granatapfel in den Händen des Kaisers an (Inv. 26332). Maximilian hatte den Granatapfel zur Erinnerung an die Einnahme Granadas 1492 durch König Ferdinand von Aragon als persönliches Abzeichen gewählt.
Rahmenaußenmaß 63,5 × 56,3 × 5,7 cm
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/40466/kaiser-maximilian-i-14591519Image Request