Rembrandt Harmensz. van Rijn, Eine junge Frau wird frisiert, Inv. Nr.: 8825
Eine junge Frau wird frisiert
Rembrandt Harmensz. van Rijn, Eine junge Frau wird frisiert, Inv. Nr.: 8825
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Eine junge Frau wird frisiert

Rembrandt Harmensz. van Rijn

um 1637




Künstler:in (Leiden 1606 - 1669 Amsterdam)
Dateum 1637
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesFeder in Braun, Pinsel in Braun und Grau (die graue Tinte von späterer Hand)
Dimensions23,4 × 18 cm
Rahmenaußenmaß 46,4 × 40,7 × 3,2 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number8825
Markingsl.u. Herzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
Text

Die intime Szene, in der einer jungen Frau von einer älteren bei ihrer Toilette assistiert wird, gilt als autonome Arbeit aus der Mitte der 1630er-Jahre. Damals hat sich Rembrandt in mehreren Gemälden und Radierungen mit der Thematik der biblischen Heldinnen beschäftigt, doch ist eine solche historische Komponente in der Albertina-Zeichnung nicht vorhanden. Zu sehen ist hier eine Szene aus dem täglichen Leben, in der Rembrandt vermutlich seine Frau Saskia wiedergegeben hat.

Diese Darstellung, die zu den Spitzenwerken der Albertina zählt, ist ein herausragendes Beispiel für Rembrandts Helldunkeltechnik jener Periode (die graue Tinte rechts oben wurde von einer späteren Hand ergänzt). Mit kräftigen, langen Federlinien hält Rembrandt die Situation in ihren Hauptzügen fest. Die ältere Frau ist dabei, einen Zopf zu flechten, während die Jüngere, deren Schultern von einem Umhang bedeckt sind, das Ende des bereits frisierten Haares mit ihren im Schoß ruhenden Händen zusammenhält. Die breit aufgetragenen Lavierungen kontrastieren scharf mit dem leuchtenden Papierton; so hebt das von oben einfallende Licht das Figurenpaar dramatisch hervor.

Bosch, Bruegel, Rubens, Rembrandt. Meisterwerke der Albertina, hg. von K. A. Schröder und C. Metzger, Albertina, Wien, Ostfildern 2013, Abb. 144, S. 300.


Ursprünglich galt diese intime Szene als eine Vorstudie, die Rembrandt für sein um 1632/33 geschaffenes Gemälde einer biblischen Heroine gezeichnet hat (National Gallery of Canada, Ottawa). Auch der in Öl gemalten Gestalt, deren Identität nicht eindeutig geklärt werden konnte, assistiert eine ältere Frau bei ihrer Toilette. Inzwischen konnte die Zeichnung überzeugend um die Mitte der 1630er-Jahre datiert werden, sodass sie aus zeitlichen Gründen keine Vorarbeit für das erwähnte Gemälde gewesen sein kann. Heute gilt das Blatt als autonome Arbeit aus einer Phase, in der Rembrandt sich in mehreren Gemälden und Radierungen mit der Thematik der biblischen Heroinen beschäftigt hat. In der Albertina-Zeichnung ist eine historische Komponente allerdings nicht vorhanden; zu sehen ist hier eine Szene aus dem täglichen Leben, in der Rembrandt vermutlich seine Frau Saskia wiedergegeben hat.
Diese Darstellung, die zu den Spitzenwerken der Albertina zählt, ist ein herausragendes Beispiel für Rembrandts Helldunkeltechnik der 1630er-Jahre (die graue Tinte rechts oben wurde von einer späteren Hand ergänzt). Mit kräftigen langen Federlinien hält Rembrandt die Situation in ihren Hauptzügen fest. Die ältere Frau ist dabei, einen Zopf zu machen, während die junge Frau, deren Schultern von einem Umhang bedeckt werden, das Ende des bereits geflochtenen Haares mit ihren im Schoß ruhenden Händen zusammenhält. Die breit aufgetragenen Lavierungen kontrastieren scharf mit dem hervorleuchtenden Papierton; so hebt das von oben einfallende Licht das Figurenpaar dramatisch hervor.

Marian Bisanz-Prakken, in: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Die großen Meister der Albertina (Kat. Best. Albertina, Wien 2008), Petersberg 2008, Nr. 88.

Catalogue raisonné
  • Benesch 1954-57, II, Nr.396, Abb 445
  • Benesch 1973, Bd. 2, Nr. 396, Abb. 475
  • Bibliography
  • Schönbrunner/Meder 1896-1908, 2, Nr.215, Abb.
  • Hofstede de Groot 1906, Nr.1453
  • Benesch 1964/1981, XVII, Abb.
  • AK Amsterdam 1935, Nr. 36
  • AK Brüssel 1937/38, Nr.68
  • AK London 1948, Nr.59
  • AK Wien 1949, Nr.100
  • AK Paris 1950, Nr.103
  • AK Stockholm 1956, Nr. 75
  • AK Rotterdam/Amsterdam 1956, Nr.33, Abb.12
  • AK Wien 1956, Nr.11, Abb.1
  • AK Wien 1969, Nr.346
  • AK Albertina 1969, Nr. 3
  • Bruyn u. a. 1982-2011, Bd. 2, S. 273 (unter Nr. A64)
  • AK Albertina/Amsterdam 1989/1990, Nr. 39
  • A.K. Rembrandt’s Women, bearb. von J. Lloyd Williams, mit Beiträgen von S. A. C. Dudok van Heel u. a., National Gallery of Scotland, Edinburgh
  • Royal Academy of Arts, London, 2001, Nr. 30
  • A.K. Rembrandt, hg. von K. A. Schröder und M. Bisanz-Prakken, Albertina, Wien 2004, Nr. 75
  • A.K. Rembrandt and his time. Masterworks from the Albertina (Vienna), Milwaukee 2005, Nr. 26
  • Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Die großen Meister der Albertina, Wien, Petersberg 2008, Nr. 88 (M. Bisanz-Prakken)
  • A.K. Das Zeitalter Rembrandts, hg. von K. A. Schröder und M. Bisanz-Prakken, Albertina, Wien, Ostfildern 2009, Nr. 59 (M. Bisanz-Prakken)
  • AK Bosch, Bruegel, Rubens, Rembrandt. Meisterwerke der Albertina, hg. von K. A. Schröder und C. Metzger, Albertina, Wien, Ostfildern 2013, Nr. 144.
  • Klaus Albrecht Schröder (Hg.), AK, Die Gründung der Albertina. 100 Meisterwerke der Sammlung, Ostfildern 2014, S. 154-155.
  • Albertina, Rubens bis Rembrandt, hrsg. von Klaus Albrecht Schröder, Bad Vöslau: Grasl Druck & Neue Medien 2003, Abb. 43
  • Die Reise der Bilder. Hitlers Kulturpolitik, Kunsthandel und Einlagerungen in der NS-Zeit im Salzkammergut (Kat. Ausst., Lentos Kunstmuseum, Linz 2024), München 2024 (Abb. S. 185)
  • Provenance
  • Kaiserliche Hofbibliothek Wien
  • Herzog Albert von Sachsen- Teschen (L. 174)
  • Online resources
    IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/29690/eine-junge-frau-wird-frisiertImage Request
    Last edited29.11.2024