Eine junge Frau wird frisiert
Rembrandt Harmensz. van Rijn
um 1637
Rahmenaußenmaß 46,4 × 40,7 × 3,2 cm
Die intime Szene, in der einer jungen Frau von einer älteren bei ihrer Toilette assistiert wird, gilt als autonome Arbeit aus der Mitte der 1630er-Jahre. Damals hat sich Rembrandt in mehreren Gemälden und Radierungen mit der Thematik der biblischen Heldinnen beschäftigt, doch ist eine solche historische Komponente in der Albertina-Zeichnung nicht vorhanden. Zu sehen ist hier eine Szene aus dem täglichen Leben, in der Rembrandt vermutlich seine Frau Saskia wiedergegeben hat.
Diese Darstellung, die zu den Spitzenwerken der Albertina zählt, ist ein herausragendes Beispiel für Rembrandts Helldunkeltechnik jener Periode (die graue Tinte rechts oben wurde von einer späteren Hand ergänzt). Mit kräftigen, langen Federlinien hält Rembrandt die Situation in ihren Hauptzügen fest. Die ältere Frau ist dabei, einen Zopf zu flechten, während die Jüngere, deren Schultern von einem Umhang bedeckt sind, das Ende des bereits frisierten Haares mit ihren im Schoß ruhenden Händen zusammenhält. Die breit aufgetragenen Lavierungen kontrastieren scharf mit dem leuchtenden Papierton; so hebt das von oben einfallende Licht das Figurenpaar dramatisch hervor.
Bosch, Bruegel, Rubens, Rembrandt. Meisterwerke der Albertina, hg. von K. A. Schröder und C. Metzger, Albertina, Wien, Ostfildern 2013, Abb. 144, S. 300.
Ursprünglich galt diese intime Szene als eine Vorstudie, die Rembrandt für sein um 1632/33 geschaffenes Gemälde einer biblischen Heroine gezeichnet hat (National Gallery of Canada, Ottawa). Auch der in Öl gemalten Gestalt, deren Identität nicht eindeutig geklärt werden konnte, assistiert eine ältere Frau bei ihrer Toilette. Inzwischen konnte die Zeichnung überzeugend um die Mitte der 1630er-Jahre datiert werden, sodass sie aus zeitlichen Gründen keine Vorarbeit für das erwähnte Gemälde gewesen sein kann. Heute gilt das Blatt als autonome Arbeit aus einer Phase, in der Rembrandt sich in mehreren Gemälden und Radierungen mit der Thematik der biblischen Heroinen beschäftigt hat. In der Albertina-Zeichnung ist eine historische Komponente allerdings nicht vorhanden; zu sehen ist hier eine Szene aus dem täglichen Leben, in der Rembrandt vermutlich seine Frau Saskia wiedergegeben hat.
Diese Darstellung, die zu den Spitzenwerken der Albertina zählt, ist ein herausragendes Beispiel für Rembrandts Helldunkeltechnik der 1630er-Jahre (die graue Tinte rechts oben wurde von einer späteren Hand ergänzt). Mit kräftigen langen Federlinien hält Rembrandt die Situation in ihren Hauptzügen fest. Die ältere Frau ist dabei, einen Zopf zu machen, während die junge Frau, deren Schultern von einem Umhang bedeckt werden, das Ende des bereits geflochtenen Haares mit ihren im Schoß ruhenden Händen zusammenhält. Die breit aufgetragenen Lavierungen kontrastieren scharf mit dem hervorleuchtenden Papierton; so hebt das von oben einfallende Licht das Figurenpaar dramatisch hervor.
Marian Bisanz-Prakken, in: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Die großen Meister der Albertina (Kat. Best. Albertina, Wien 2008), Petersberg 2008, Nr. 88.
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