Anonym, Die Vermählung Zephyrs und Floras (Der Frühling der Galerie d'Apollon in Saint-Cloud), …
Die Vermählung Zephyrs und Floras (Der Frühling der Galerie d'Apollon in Saint-Cloud)
Anonym, Die Vermählung Zephyrs und Floras (Der Frühling der Galerie d'Apollon in Saint-Cloud), Inv. Nr.: 11605
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Die Vermählung Zephyrs und Floras (Der Frühling der Galerie d'Apollon in Saint-Cloud)

Anonym




Künstler:in
Nach (Troyes 1612 - 1695 Paris)
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesRötel, Braun laviert, Kreideweißhöhungen, in der Mitte vertikale Linie mit Bleigriffel
Dimensions24,4 x 45,6 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number11605
Inscribedl.u. "d'apresso Mignard"
Markingsl.u. Herzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
Text

Zu den Zeichnungen im Zusammenhang mit der Ausstattung von Saint-Cloud allgemein s. Inv. 11602.

Galerie d´Apollon
Mit Ausnahme von F 440 (= Inv. 11604) wurden die folgenden vier Blätter (F 437 – F. 440 / Inv. 11605, Inv. 11606, Inv. 11607, Inv. 11604) traditionell als Nachzeichnungen der Galerie d'Apollon in Saint-Cloud eingeschätzt ("d'apresso Mignard"). Die während des deutsch-französischen Krieges 1870/71 zerstörte Ausstattung des Schlosses wurde von Mignard zwischen 1677-79 (1678 Galerie d'Apollon, 1679 Salon de Mars und Cabinet de Diane) ausgeführt. Die Galerie d'Apollon befand sich auf der premier etage des Nordflügels. Ihr Plafond zeigte 19 in Stuck ei.gelassene Leinwandbilder mit einem zentralen Deckenbild ("Apollals aufgehende Sonne") di sotto in su, begleitet von rechteckigen quadri riportati, die jeweils eine der vier Jahreszeiten darstellten. Die restliche Fläche des Plafonds wurde mit acht Medaillons mit Apollo-Szenen, die en camaieu Stuckreliefs imitierten, sowie mit Szenen di sotto in su mit Apoll, Circe und Ikarus geschmückt. Am jeweiligen Ende des Plafonds befanden sich Lünettenfelder. Die Ausstattung der Galerie d'Apollon ist uns zumindest partiell durch nur eine Originalzeichnung im Musée des Beaux-Arts in Beziers ("Der Parnass", Inv. 424), durch zahlreiche Nachzeichnungen im Louvre (GM 9949-9952) und in der Albertina (F. 437-F 440; drei Blätter sind Kopien des Jahreszeitenzyklus und ein Blatt (F 440) gibt eine der beiden Lünetten wieder), durch Tapisserien und Stiche, U. a. von J. B. Poilly, bekannt.

 

Der Raster und gewisse Veränderungen im Detail gegenüber der originalen Darstellung (etwa die Bedeckung der Blößen Floras; siehe dazu Berger 1993, p. 48, Anm. 28 über die Einflußnahme Madame de Maintenons) lassen darauf schließen, daß möglicherweise mit dieser Zeichnung ein Stich oder eine Tapisserie vorbereitet wurde. Die Darstellung des Frühlings auf dem Plafond der Galerie d'Apollon wurde von Mignard mit der Vermählung Zephyrs und Floras interpretiert; ihnen werden von den Personifikationen der Tagesstunden Blumen aus einem Füllhorn gestreut. Dem Thema angepaßte erotische Anspielungen finden sich z. B. in der Puttengruppe im rechten Bildanteil, wo ein Cupido einen Ziegenbeutel ansticht, aus dem sich Wein in hohem Strahl in eine Vase ergießt, die von einem weiteren Cupido zwischen den Beinen gehalten wird. Eine weitere Nachzeichnung befindet sich im Louvre (Inv. 31.026; GM 9949, siehe Boyer, in: Paris 1990, pp. 54/55, Nr. 27).


Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Heinz Widauer (Bearb.), Die französischen Zeichnungen der Albertina. Vom Barock bis zum beginnenden Rokoko. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. X, Wien/Köln/Weimar 2004, S. 43, Nr. 437.

Catalogue raisonné
  • Widauer 2004, F 437
  • Provenance
  • Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Online resources
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    Last edited27.06.2012