Johann August Nahl der Jüngere, Die Flucht der Römer nach der Schlacht am Trasimenischen See, I…
Die Flucht der Römer nach der Schlacht am Trasimenischen See
Johann August Nahl der Jüngere, Die Flucht der Römer nach der Schlacht am Trasimenischen See, Inv. Nr.: 17336
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Die Flucht der Römer nach der Schlacht am Trasimenischen See

Johann August Nahl der Jüngere

1791-93




Die Schlacht am Trasimener See schildert der römische Geschichtsschreiber Livius. Genrehaft zeigt der in Kassel tätige Johann August Nahl inmitten einer klassizistischen Ideallandschaft eine Episode nach der Schlacht, als der dichte Nebel, der während des Kampfes die Gegend bedeckt hatte, der Sonne weicht und den wenigen, die den punischen Siegern entkommen konnten, das verwüstete Feld offenbart. Am gegenüberliegenden Ufer sieht man Rauch über einer Ortschaft – wahrscheinlich eine der Brandschatzungen Hannibals oder ein Ausbruch von Feuer durch das Erdbeben, das sich gleichzeitig mit der Schlacht ereignet haben soll.



Künstler:in (Zollikofen bei Bern 1752 - 1825 Kassel)
Date1791-93
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesFeder und Pinsel in Braun, über Stiftvorzeichnung
Dimensions58,4 × 86,7 cm
Montagekarton (historisch): 70,9 × 100,7 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number17336
Markingsl.u. Herzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
Text

Die Wiedergabe des Trasimener Sees wird auch in der Reihe der "Zeichnungen im historischen und im Landschafts-Fache" ab 1793 in Nahls Selbstbiographie erwähnt (vgl. Justi 1796, S. 303). Doch existiert die gleiche Darstellung bereits in einer wenig größeren, 1791 datierten Sepia von #Peter Birmann im Kupferstichkabinett des Kunstmuseums Basel (Inv. Bi 374.58, 649 x 953 mm). Birmanns Landschaft zeigt nur unerhebliche Detailvarianten, und gerade die Figurenszene enthält bereits alle einzelnen Motive wie bei Nahl, nur nicht dessen plastische Auffassung. Trotz der früheren Datierung von Birmanns Zeichnung dürfte eher Nahl als klassizistischer Figurenmaler die Konzeption dieses Themas begründet haben (vgl. Inv. 14843, Inv. 14844). - Als literarische Quelle der Darstellung kann Livius (Ab urbe condita, Buch 22, Kap. 4-6) angesprochen werden, der einen der Hauptberichte der Schlacht am Trasimenischen See liefert. Nahl zeigt genrehaft eine Episode des Geschehens nach der Schlacht, vielleicht sogar den Moment, wo der dichte Nebel, der während des Kampfes die Gegend bedeckt hatte, der Sonne weicht und den wenigen, die den punischen Siegern entkommen konnten, das verwüstete Feld offenbart. Am gegenüberliegenden Ufer sieht man Rauch über einer Ortschaft am See. Dargestellt ist wahrscheinlich eine der Brandschatzungen Hannibals, dessen Rachegelüste Livius betont, oder ein Ausbruch von Feuer durch das Erdbeben, das sich gleichzeitig mit der Schlacht ereignet haben soll.

 

zitiert aus: Konrad Oberhuber (Hg.), Maren Gröning, Marie Luise Sternath (Bearb.), Die deutschen und Schweizer Zeichnungen des späten 18. Jahrhunderts, Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Graphischen Sammlung Albertina, Bd. IX, Wien u.a. 1997, S. 171, Nr. 576.

Catalogue raisonné
  • Gröning/Sternath 1997, 576
  • Provenance
  • Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Online resources
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    Last edited08.05.2023