Erdgeschoß des Dürerhauses in Nürnberg
Johann Adam Klein
um 1815
Die Staatsbibliothek Bamberg besitzt von dem vorliegenden Blatt wie von Inv. 5573 je eine weitere Fassung. Möglicherweise handelt es sich auch um Kopien. Die Wiederholung der Innenansicht des Dürerhauses zeigt dabei als geringfügige Abweichung, dass die Jahreszahl über dem Ausgang im Fluchtpunkt rechts lesbar geschrieben worden ist (Abb. in AK Nürnberg 1990, S. 24).
Das auf die Rückseite des Passepartouts geklebte Facsimile ist die Reproduktion von Dürers Brief an Bürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg, in dem der Meister der Stadt die Tafeln mit den vier Aposteln widmet, die vom Rat als Geschenk am 6. Oktober 1526 angenommen wurden (vgl. Dürers schriftlicher Nachlaß, hrsg. von K. Lange und F. Fuhse, Halle 1893, S. 64, Nr. 3).
Das rückseitig aufgeklebte Handschreiben (Maße: 25 x 20,9 cm) ist eine recht getreue Kopie nach einem Original Albrecht Dürers vom Herbst 1526, das der Künstler an den Nürnberger Rat gerichtet hat. Der Kopist ist unbekannt und das Blatt wird auch in den historischen Sammlungsinventaren nicht erwähnt. Dürers Autograph befindet sich im Staatsarchiv Nürnberg und wurde u. a. 1956 von Hans Rupprich ausführlich publiziert (Dürer. Schriftlicher Nachlass, Bd. 1, Berlin 1956, S. 117, Nr. 59, mit Abb. 38). In dem Schreiben ist die Rede von einer Tafel, für die Dürer „mer fleis dan ander gemel gelegt“ habe und die er „zu einer gedechtnus“, also zu seinem eigenen Andenken dem Rat zu schenken gedenke – gemeint sind die berühmten Vier Apostel. Am 5. Oktober wird beschlossen, Dürers Gesuch (das vorliegende Schreiben) dem gesamten Rat vorzulegen und bereits am 6. Oktober wird die Schenkung gegen eine Verehrung von 100 Gulden an ihn, 12 an Dürers Frau und 2 an seinen Diener angenommen. – Siehe zum Schenkungsvorgang des Jahres 1526 ausführlich Gisela Goldberg, Bruno Heimberg und Martin Schawe, Albrecht Dürer. Die Gemälde der Alten Pinakothek, Heidelberg 1998, S. 519–520, 551, Dok. 1–5.
Nachfolgend der Brieftext im Wortlaut:
Fürsichtig Erber weis lieb herren die weil jch for lengst geneigt
wer gewest E[wer] w[eisheit] mit meinem kleinwirdigen gemel
zu einer gedechtung zu fererin [im Original: fereren], hab jch doch solchs aus mangel
meiner gering scheczigen werck vnderlassen müesen dieweil
Jch gewüst . das jch mit den selben for E[wer] w[eisheit] nit gantz wöl
het müegen besten. Nach dem jch aber diese vergangen
zeit ein thafel gemalt, vnd darauf mer fleis dan ander
gemel gelegt hab, acht jch nÿemant wirdiger, die zu
einer gedechtnus zu behalten dan E[wer] w[eisheit] derhalb jch
auch die selben hie mit ferer . vnderthenigs vleis pittent
die wölle diese mein kleine schenck gefellig vnd
günstlich anemen, vnd mein gönstig lieb herren
wie biesher jch albeg gefunden hab, sein vnd beleiben
Das will jch mit aller vnderthenikeit vm euer weisheit
zu ferdienen geflissen sein.
Eüer weisheit
Vndertheniger
Albrecht Dürer
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/en/objects/18954/erdgescho-des-durerhauses-in-nurnbergImage Request