Skizzenbuch: Wolkenstudie; Profil eines Mönches nach links
Heinrich Reinhold
Skizzenbuch: 1821 - 1822
Skizzenbuch mit 61 paginierten Seiten; die Seiten 35, 49, 50, 51 sind Leerseiten, die Seiten 46, 47, 48, 52 sind Leerseiten mit Darstellungen auf der Versoseite. Beiliegend Informationsbroschüre über die Einweihung der Gedenktafel für die Familie Pratesi.
Eine beachtliche Anzahl der Seiten dieses und des weiteren italienischen Skizzenbuches (Inv. 24989/1 - Inv. 24989/61v) erscheint von zwei verschiedenen Händen beschriftet. Um Heinrich Reinholds eigene Hand zu identifizieren, sind vor allem die zahlreichen Farbangaben in den landschaftlichen Zeichnungen bzw. auch die ausführlichen Beschreibungen der atmosphärischen, d. h. quasi coloristischen Verhältnisse einer Landschaftsansicht herzunehmen, in denen Reinhold seine persönlichen Beoachtungen beim Zeichenstudium in freier Natur festgehalten hat. Die Notizen von anderer Hand bestehen im wesentlichen aus Darstellungstiteln. Unsere These, dass diese anderen Notizen von Johann Joachim Faber stammen, stützt sich einerseits auf den Vergleich mit Beschriftungen auf Fabers eigenen Zeichnungen, von denen vor allem die Hamburger Kunsthalle eine umfangreiche Sammlung besitzt. Auf der anderen Seite liegt diese Autorschaft auch deshalb im speziellen nahe, weil Faber entscheidenden Anteil an der Ordnung und Verwaltung von Reinholds Hinterlassenschaft in Rom hatte, nachdem sein Freund im Januar 1825 verstorben war. Unter anderem schickte er Reinholds Bruder Friedrich Philipp eine Aufstellung der vorhandenen Werke nach Mappen, Skizzenbüchern und Gemälden (vgl. Gerhard Winkler, Heinrich Reinhold (1788-1825). Leben und Werk, in: AK Gera 1988, S. 354). Wenn es dann im vorliegenden Skizzenbuch z. B. auf p. 11 "Siehe Heinrichs vorletztes Malstudium im Sonnenglanz im Oct 24" heißt, wiederum auf p. 14 "Felsen unserer Wohnung gegenüber", oder auf p. 33 "unsere Stühle in Olevano", ist auch klar, wie eng vertraut der Schreiber mit Reinholds Arbeit und Alltag in Italien gewesen sein muss. Tatsächlich war ja Johann Joachim Fabers Wohnung in der Via delle Quattro Fontane Nr. 53 (vgl. Schwarz 1965, S. 78) seit Heinrich Reinholds und Johann Christoph Erhards Ankunft in Rom das ständige Heim dieser beiden Künstler. Reinhold verbrachte den Sommer 1821 zusammen mit Erhard und Faber und dessen Frau in der Casa Pratesi in Olevano. Im Sommer 1823 machte Reinhold zusammen mit #Carl Wilhelm Götzloff und Faber eine Reise nach Süditalien. Im Sommer 1824 (und Januar 1825) hielt er sich wieder mit Faber und #Johann Heinrich Schilbach in Olevano in der Casa Baldi auf.
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