Ferdinand Anton Krüger, Olindo und Sophronia auf dem Scheiterhaufen, Inv. Nr.: 29634
Olindo und Sophronia auf dem Scheiterhaufen
Ferdinand Anton Krüger, Olindo und Sophronia auf dem Scheiterhaufen, Inv. Nr.: 29634
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Olindo und Sophronia auf dem Scheiterhaufen

Ferdinand Anton Krüger

um 1845




Das Blatt galt bisher als eigenhändiger Entwurf, eventuell auch als verkleinerte Wiederholung von Overbecks Karton für das Gewölbefresko über der Fensterwand im Tasso-Saal des Casino Massimo.  Illustriert ist aus Torquato Tassos Epos "La Gerusalemme liberata" (Gesang II, Verse 32 und 38ff.) die Bewahrung von Sofronia und Olindo vor dem Scheiterhaufen durch die ritterliche Heidin Clorinde.
Bereits Stefano Susinno (AK Rom 1981, Nr. X) stellte mit Recht ob der auffälligen Übereinstimmung der vorliegenden Zeichnung mit dem Karton die Frage, ob jene nicht auch eine verkleinerte Wiedergabe nach dem Fresko darstellen könnte.
Bei genauerer Autopsie des Blattes ist jedoch zusätzlich festzustellen, dass die Zeichenweise trotz des Konzepts eines Umrisslinienstils nicht wirklich Overbecks Handschrift entspricht, der Strich vielmehr darüberhinaus die Motive der Komposition außerordentlich scharf, hart, fest und detailliert erfasst hat.
Die äußeren Grenzen des Bildfeldes messen tatsächlich nur wenige Millimeter mehr als die Einfassungen der Stichreproduktion, die Ferdinand Anton Krüger 1845 nach dem damals im Besitz von Johann Gottlob Quandt befindlichen großen Kreidekarton vollendet hat (Ex. Albertina HB 50 A 1, fol. 55; Schriftfuß: "Nach dem Carton von Fr. Overbeck gestochen von Ant. Krüger 1845. Sofronia e Olindo. Tasso Gerus. liber: Canto II. Der Carton, im Jahre 1818 in Rom gezeichnet, befindet sich in der Sammlung des Herrn von Quandt in Dresden. Verlag von Ernst Arnold in Dresden. Druck von Wick in München.") Einzelne Abmessungen wie etwa die Kreisdurchmesser der Medaillons und Rosen in dem die Hauptdarstellung überspannenden gekreuzten Bogen oder die Tiefe der Treppenstufen decken sich sogar millimetergenau. Überhaupt kehren alle im vorliegenden Blatt eingezeichneten Einzelheiten der Komposition ausnahmslos in Krügers Reproduktion wieder. Der Stich erscheint zwar von der Helldunkelmodellierung der Figuren und anderen Motive her etwas reicher. Doch ist zu bedenken, dass die konturenfixierte und hart aufdrückende Handschrift hier eben auch den Stecher als solchen charakterisiert. Im übrigen tendierte auch der Zeichner Anton Krüger persönlich zu diesen Merkmalen.


Künstler:in (Dresden-Loschwitz 1795 - 1857 Dresden-Loschwitz)
Vormals zugeschrieben an (Lübeck 1789 - 1869 Rom)
Dateum 1845
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesBleistift
Dimensions290 x 707 mm
CreditALBERTINA, Wien
Object number29634
Inscribedl.u. Inv. Nr.
Bibliography
  • Andrews 1964, S. 117, Abb. 50a
  • AK Rom 1981, Nr. X, m. Abb.

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    Last edited16.07.2018