Elieser und Rebecca am Brunnen
Simon Guillebault
Der Darstellung liegt I. Moses 24, 15-22 zugrunde. Wir halten dieses Blatt für eine Zeichnung
nach einem im Kunsthandel aufgetauchten und dort Nicolas Loir zugeschriebenen Gemälde (Ader Picard Tajan bei Drouot 30/6/1989, Lotnr. 157), das nicht zuletzt aufgrund der später hinzugefügten Bezeichnung auf dem Albertina-Blatt eher dem François Verdier zu geben ist. Trotz mancher Unterschiede in einigen Details sprechen die allzu penible Federführung und einige Schwächen (man beachte etwa den rechten Arm des Eliezer und den manchmal unglaubwürdig wirkende Faltenwurf der Gewänder) gegen eine Einschätzung des vorliegenden Blattes als Vorzeichnung zu erwähntem Gemälde. Die Komposition scheint vorbildhaft für andere Künstler gewesen zu sein. So etwa gibt es eine Radierung des selben Themas von Bernard Picart (in der Albertina nicht aufgefunden), vorbereitet durch eine Zeichnung, die zuletzt im Münchner Kunsthandel publiziert wurde (Galerie Billesberger 1989, Zeichnungen und Graphik 16.-19. Jahrhundert) und die in wesentlichen Details, z.B. der Kamelherde am rechten Rand, der Haltung und Gestik Eliezers und den Begleiterinnen Rebeccas im rechten Hintergrund, auf Verdiers Darstellung basiert.
Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Heinz Widauer (Bearb.), Die französischen Zeichnungen der Albertina. Vom Barock bis zum beginnenden Rokoko. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. X, Wien/Köln/Weimar 2004, S. 258, Nr. 1170.
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/en/objects/22271/elieser-und-rebecca-am-brunnenImage Request