Porträt der Susanne Henriette d'Elbeuf, Duchesse von Mantua
Hyacinthe Rigaud
1707
Zuletzt wurde diese Zeichnung von Brême (in: Meaux 2000, pp. 42/43) mit 1707 datiert; in der Kleidung wurde eine Mitarbeit von Rigauds Werkstattmitarbeiter Montmorency angenommen. Dieser hat vermutlich die Arbeit an der Zeichnung begonnen, die dann von Rigaud überarbeitet und fertiggestellt wurde (O'Neill 1984 [1], p.193, Anm. 26). Das Cahier vermerkt, daß Drevet an einem Stich dieses Porträts gearbeitet hatte, seine Arbeit aber anläßlich des Todes der Prinzessin unterbrach. Wir vermögen nicht zu sagen, ob diese Zeichnung oder ein Porträtgemälde einer identen Darstellung der Ausgangspunkt für Drevets Arbeit war. Roman (1919, p. 145) hält ein Porträtpaar des Herzogs und der Herzogin von Mantua fest, wofür Rigaud 1709 bezahlt wurde und das laut Dezallier d'Argenville ("Abrégé de la vie des plus fameux peintre… ") 1704 vom Herzogspaar in Auftrag gegeben wurde ("M. le Duc de Mantoue, étant à Paris, fit l'honneur à ce peintre, en 1704, de le venir voir, & de lui commander son portrait & celui de la Duchesse sa femme: Madame de Némours en fit autant, quoiqu'elle eût près de quatre-vingt, âge où l'amour-propre redoute la fidelité d'un pinceau sans fard.") Der Herzog starb 1708, so daß sein Porträt noch kurz vor seinem Tod ausgeführt worden sein muß. Susanne-Henriette von Lothringen, Tochter des Herzogs von Elbeuf (1695-1710), heiratete 1704 Ferdinand-Karl von Gonzaga, Herzog von Mantua und Montferrat (1652-1708). Sie starb 1710. Das Gemäldepaar wurde vom Comte Durazzo erworben und nach Genua gebracht. Roman (1919, p.145) erwähnt das Auftauchen eines weiteren Gemäldes des Herzogs 1773, anläßlich der Auktion der Sammlung des Collin de Vermont, des Erben und Taufkindes Hyacinthe Rigauds. Ein in Komposition und Darstellung mit der Albertina-Zeichnung fast identes Porträtgemälde der Herzogin wurde zuletzt 1997 im Heidelberger Kunsthandel (Berlinghof Kunstauktionshaus) gesichtet Ob es sich bei diesem Porträt um das des oben genannten Gemäldepaares handelt, bei dem im übrigen laut Roman (1919, p.145: "Madme la duchesse de Mantoue. Hab. rép ...500#") für Bekleidung und Hintergrund auf ein anderes, schon früher gemaltes Porträt zurückgegriffen wurde ("habillement répété"),wäre noch zu untersuchen.
Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Heinz Widauer (Bearb.), Die französischen Zeichnungen der Albertina. Vom Barock bis zum beginnenden Rokoko. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. X, Wien/Köln/Weimar 2004, S. 195, Nr. 978.
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