Ludwig XIV. bringt Themis und die Musen nach Lyon zurück
Raymond Lafage
Arvengas (1965, p. 38) nimmt in der Zeichnung eine Allegorie der Initiative des Königs an, in Lyon eine Zeichen-und Malakademie nach Pariser Vorbild zu etablieren, und datiert das Blatt um 1684. Links Ludwig XIV. mit Themis und dahinter die Musen, die mit der auf Knien ruhenden Personifikation der Stadt Lyon zusammentreffen; letztere läßt zwei gefesselte Sklaven hinter sich, eine Versinnbildlichung des bisherigen erfolglosen Versuches der Akademiegründung. Im Louvre befindet sich ein Album mit elf Zeichnungen, darunter eine mit der Albertina-Zeichnung idente Darstellung (Inv.Nr. 27372, GM 5382), die laut einer Beschriftung Lafages auf der Innenseite des Einbandes zu Unterrichtszwecken für seine Schüler ausgeführt wurden. Eine darunter befindliche handschriftliche Anmerkung von Reiset (siehe Guiffrey, Marcel 1912, VII, Nr 5350 bzw. den Kommentar zu F. 952/Inv. 15240) sieht in diesen Zeichnungen jedoch Kopien.
Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Heinz Widauer (Bearb.), Die französischen Zeichnungen der Albertina. Vom Barock bis zum beginnenden Rokoko. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. X, Wien/Köln/Weimar 2004, Nr. 185, Nr. 951.
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