Raffaello Santi, Schreitender Jünglingsakt mit gefalteten Händen, Inv. Nr.: 250r
Schreitender Jünglingsakt mit gefalteten Händen
Raffaello Santi, Schreitender Jünglingsakt mit gefalteten Händen, Inv. Nr.: 250r
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Schreitender Jünglingsakt mit gefalteten Händen

Raffaello Santi

um 1505/1506




Künstler:in (Urbino 1483 - 1520 Rom)
Dateum 1505/1506
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesFeder in Braun über Griffelvorzeichnung
Dimensions25,3 x 17 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number250r
Inscribedr.u. ".R.V" (in Feder)
MarkingsHerzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
WatermarkMauritiuskreuz im Kreis (Briquet 5542)
Text
Auf der Vorderseite des Blattes zeichnete Raphael einen Jünglingsakt mit gesenktem Haupt und gefalteten Händen, der mit einem Fuß gerade sachte vorgeschritten ist und nun in dieser Pose zu verharren scheint. Rechts daneben hat der Künstler den rechten Arm mit Ansatz der Brust wiederholt. Die Aktstudie könnte für eine Anbetung oder eine Taufe Christi vorgesehen gewesen sein, doch höchstwahrscheinlich steht sie im Zusammenhang mit den Entwürfen für eine trauernde Madonna unter dem Kreuz in einer anderen Zeichnung der Albertina (Inv. 196). Die Haltung der hochgenommenen Hände, die Schrittstellung sowie die kräftigen Körperproportionen kommen der mittleren Studie für die Muttergottes besonders nahe. Es war für Raphael und die Künstler seiner Zeit durchaus üblich, die Posen weiblicher Figuren mit Hilfe von Zeichnungen nach männlichen Aktmodellen vorzubereiten. Der lockere und fließende Verlauf der Umrisslinie und die Modellierung durch einige wenige Schraffuren, die gleichwohl den Körper mit größter Sicherheit erfassen, geben unverkennbar den Einfluss von Federzeichnungen Leonardos zu erkennen, wie E. Mitsch festgestellt hat. Wie bei Leonardo setzten die Linien immer wieder ab (vgl. Zöllner, 2003, Abb. S. 267, Abb. 118), um die Gelenkstellen zu akzentuieren und einzelne Körperteile hervortreten zu lassen, während die kräftigeren Schwünge im Bereich der Beine den Fluss der Bewegung unterstreichen, und dadurch der Haltung alles Statische nehmen. Raphael schulte sich in Florenz intensiv an Zeichnungen Leonards, wovon verschiedenen Beispiele Zeugnis ablegen (vgl. etwa Knab, Mitsch, Oberhuber, 1983, Nr. 112, 114, 194).
Catalogue raisonné
  • Wickhoff 1892, SR 308
  • Stix 1932, 67
  • Birke/Kertész I
  • Bibliography
  • Braun 142 - Bartsch, 1794, S. 7, Nr. 23
  • Passavant, 1860, Bd. 2, S. 444, Nr. 228
  • Waagen, 1867, Bd. 2, S. 149f., Nr. 238
  • Ruland, 1876, S. 319, XLVII, Nr. 1 (Verso)
  • Morelli, 1891/92, S. 573, Nr. 145 (Schule Raffaels)
  • Wickhoff, 1892, S. XXIX
  • Fischel, 1898, S. 215, Nr. 583 (Verso)
  • Fischel, Raphaels Zeichnungen, Bd. 2, Nr. 93 - 94
  • Stix und Fröhlich-Bum, 1932, S. 9
  • Wien, 1983, Nr. 6-7
  • Knab, Mitsch, Oberhuber, 1983, S. 88, Nr. 136 und 138
  • Joannides, 1983, Nr. 91
  • Cordellier und Py, 1992, S. 46, 66
  • A.K. Rom 1992, p. 81, Anm. 23, p. 100, Anm. 3
  • Birke und Kertész, 1992, Bd. 1, S. 148
  • New York, 1997, unter Kat. Nr. 11 (Kat. v. A. Gnann)
  • Venedig, Wien und Bilbao, 2004-2005, Nr. 14 (Text v. A. Gnann)
  • Coliva, 2006, S. 38, fig. 4 (Verso)
  • Haarlem 2012/2013, Kat. 7 (A. Gnann)
  • Historical Attributions
  • Timoteo Viti
  • Marchese Antaldi
  • Pierre Crozat
  • Marquis de Gouvernet
  • Julien de Parme
  • Prinz Charles de Ligne
  • Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Provenance
  • Timoteo Viti
  • Marchese Antaldi
  • Pierre Crozat
  • Marquis de Gouvernet
  • Julien de Parme
  • Prince Charles de Ligne
  • Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Online resources
    IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/en/objects/23233/schreitender-junglingsakt-mit-gefalteten-handenImage Request
    Last edited13.11.2013