Hylas, von den Nymphen geraubt. Drei Nymphen, von Amor angefeuert, entführen Hylas, während Herkules links schläft (Theokrit XIII; Vergil, Eclogae VI, 44)
Giulio Romano
um 1530
Nach F. Hartt diente die Szene möglicherweise als Studie zu einem Teil der Ausstattung eines 1798 zerstörten Jagdpavillons der Gonzaga in Marmirolo, im Norden von Mantua, mit schicksalshaften Jagdszenen ("Tod des Adonis", "Jagd nach dem kaledonischen Eber", "Tod des Meleager" und "Tod der Prokris"). Diese Annahme wird jedoch mehrfach bezweifelt (Massari 1993, p. 279). Im Louvre befinden sich eine von Rubens überarbeitete Replik dieser Szene (lnv. Nr. 3491; A.K. Paris 1983/84, Nr. 77; Massari 1993, Fig. 119) und eine Kopie danach (lnv. Nr. 3665; Hartt 1958, p. 225; Massari 1993, Fig. 120). Eine Version aus der Sammlung Crozat, von Rubens überarbeitet, befindet sich in der Fondation Custodia in Paris (lnv. Nr. 1044; M. Jaffé, Rubens and Giulio Romano at Mantua, in: Art Bulletin XL, 1958, 3, p. 326, Fig. 3; J. G. van Gelder, The Triumph of Scipio by Rubens. P. Crozat Sale (1741) Lot 814, in: Duits Quarterly 8, 1965, p. 5, Abb. p. 7; Byam Shaw 1983, Nr. 128, Taf. 153 als Werkstatt Giulios), eine Kopie in Windsor (lnv. Nr. 1239; Popham/Wilde 1949, Nr. 372). Ein weiteres Exemplar aus der Sammlung Ellesmere im Londoner Kunsthandel (Aukt.Kat. Old Master Drawings, Sotheby's, London 10. Oktober 1974, Lot 110, ohne Abb.). Nach Massari könnte das Blatt der Fondation Custodia Santi Bartoli als Vorzeichnung für die Radierung gedient haben. Hartt datierte die Entstehung der Zeichnungen für diese Ausstattung gegen 1530 (Hartt 1958, p. 225).
zitiert aus: Veronika Birke, Janine Kertész, Die italienischen Zeichnungen der Albertina. Generalverzeichnis, III, Wien/Köln/Weimar 1995, S. 1840, Nr. 14193.
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