Prachtbrunnen mit rundem Becken und dem Wappen Papst Pius IV. de'Medici, bekrönt mit Neptun auf einer mit Fabeltieren verzierten Säule
Tommaso Laureti gen. il Siciliano
Nicht das Wiener Blatt, wie im alten Cahier vermerkt und von Wickhoff tradiert, sondern das Blatt in Darmstadt war bei Mariette und trägt dessen Sz. Wie Inv. 14342- Inv. 14344 zählt der vorliegende Brunnenentwurf zu einer Gruppe von Zeichnungen, die mit der Entstehung des Neptunsbrunnens auf der Piazza Maggiore, vor dem Palazzo Comunale in Bologna, in Verbindung gebracht wird, obgleich die Ikonographie der Wiener Zeichnungen erheblich vom ausgeführten Brunnen abweicht. Im Zuge der Verbesserung der Wasserversorgung sollte ein neuer Brunnen auf dem Hauptplatz von Bologna errichtet werden, den Papst Pius IV. (Giovanni Angelo de'Medici (regiert 1560-1565)) bei Laureti in Auftrag gab. Unter der Aufsicht von Pier Donato Cesi, Vizelegat des Kardinals Carlo Borromeo in Bologna, legte Tommaso Laureti mehrere Entwürfe vor, zu denen auch drei Zeichnungen im Museum Nordico in Linz (Inv. Nr. S26, S27, S25; A.K Linz 1991, p. 12-20) und das Blatt im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt (Inv. Nr. AE 1408; Basan 1775, Nr. 457; A. Emiliani et al., II nettuno di Giambologna. Storia e restauro, Mailand 1989, p. 28; A.K. Linz 1991, p. 34, Abb. 2) zählen. Mit der Ausführung der Bronzeplastik des Brunnens wurde Jean Boulogne (Giambologna) beauftragt. Die gut dokumentierte Entstehungsgeschichte fällt in die Jahre 1563—1565 bzw. 1566 (für die Figur des Neptuns). Vgl. R. J. Tuttle, I contratti per la fontana del Nettuno, in: Emiliani et al. 1989, p. 37ff; A.K. Linz 1991, p. 32.
zitiert aus: Veronika Birke, Janine Kertész, Die italienischen Zeichnungen der Albertina. Generalverzeichnis, IV, Wien/Köln/Weimar 1997, S. 2034, Nr. 14342.
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