Die heiligen drei Könige (Neumann - Mappe Blatt 8)
Karl Schmidt-Rottluff
1917
Platte (Fichte 50,1-50 x 39,3 cm): 50,1 x 39,3 cm
Im 1. Weltkrieg ab 1915 in Litauen stationiert, bleibt Schmidt-Rottluff bis zum Kriegsende im Gebiet um Wilna und Kowno an der Grenze zu Weißrussland stationiert. Beeindruckt von der russisch-orthodoxen Religiosität kann er Dank seiner Versetzung in die Presse-Abteilung seines Stabes mit der Arbeit an der Holzschnitt-Folge Kristus beginnen. Die Serie wird 1918 vollendet, 9 Holzschnitte davon werden 1919 in einer Mappe herausgebracht. Die Darstellung der Heiligen drei Könige von 1917 wird als Blatt 8 in die Neumann-Mappe aufgenommen und ist wahrscheinlich der erste Holzschnitt im Oeuvre Schmidt-Rottluffs mit einem Motiv aus den christlichen Evangelien. Die starr aufgerissenen Augen der drei Gestalten und die auf den Gesichtern wie Kriegsbemalung wirkenden Strichbündel, die schon seit Ende 1912 häufig als Schraffur die Schattenpartien seiner Holzschnittfiguren charakterisieren, könnten in der vorliegenden, exzessiven Form mit der in der russischen Ikonenmalerei tradierten byzantinischen Formel für Heiligengesichter zusammenhängen: die dort meist starke Betonung der Unterlider, Tränensäcke und Backenknochen mittels Schattierung schlägt bei Schmidt-Rottluff in Schnitt- bzw. Strichreihen um.
Expressiv! Die Künstler der Brücke. Die Sammlung Hermann Gerlinger, Albertina Wien, München (Hirmer) 2007 Nr. 48, S. 92.
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/en/objects/275850/die-heiligen-drei-konige-neumann--mappe-blatt-8Image Request