Karl Schmidt-Rottluff, Die heiligen drei Könige (Neumann - Mappe Blatt 8), Inv. Nr.: DG1924/662
Die heiligen drei Könige (Neumann - Mappe Blatt 8)
Karl Schmidt-Rottluff, Die heiligen drei Könige (Neumann - Mappe Blatt 8), Inv. Nr.: DG1924/662
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien Copyright: © Bildrecht, Wien 2026

Die heiligen drei Könige (Neumann - Mappe Blatt 8)

Karl Schmidt-Rottluff

1917




Künstler:in (Rottluff, Chemnitz 1884 - 1976 Berlin)
Verleger:in (Skole, Galizien 1887 - 1961 New York)
Date1917
Object TypeDruckgraphik
Object typePrint
Materials / TechniquesHolzschnitt
DimensionsBlatt (Zandersbütten 61,2-62 x 50,6-50,8 cm): 62 x 50,8 cm
Platte (Fichte 50,1-50 x 39,3 cm): 50,1 x 39,3 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object numberDG1924/662
Inscribedr.u. "i9i7" (im Druck, i für 1); r.r.u.u. mit Bleistift: "Gr.M.mont." (Alte Aufstellung)
Signedr.u. mit Bleistift: "S . Rottluff" r.u. im Druck: "i9i7"
WatermarkWasserzeichen l.o. unter dem Plattenrand: Löwe nach rechts (J.W. Zanders Bütten)
Text

Im 1. Weltkrieg ab 1915 in Litauen stationiert, bleibt Schmidt-Rottluff bis zum Kriegsende im Gebiet um Wilna und Kowno an der Grenze zu Weißrussland stationiert. Beeindruckt von der russisch-orthodoxen Religiosität kann er Dank seiner Versetzung in die Presse-Abteilung seines Stabes mit der Arbeit an der Holzschnitt-Folge Kristus beginnen. Die Serie wird 1918 vollendet, 9 Holzschnitte davon werden 1919 in einer Mappe herausgebracht. Die Darstellung der Heiligen drei Könige von 1917 wird als Blatt 8 in die Neumann-Mappe aufgenommen und ist wahrscheinlich der erste Holzschnitt im Oeuvre Schmidt-Rottluffs mit einem Motiv aus den christlichen Evangelien. Die starr aufgerissenen Augen der drei Gestalten und die auf den Gesichtern wie Kriegsbemalung wirkenden Strichbündel, die schon seit Ende 1912 häufig als Schraffur die Schattenpartien seiner Holzschnittfiguren charakterisieren, könnten in der vorliegenden, exzessiven Form mit der in der russischen Ikonenmalerei tradierten byzantinischen Formel für Heiligengesichter zusammenhängen: die dort meist starke Betonung der Unterlider, Tränensäcke und Backenknochen mittels Schattierung schlägt bei Schmidt-Rottluff in Schnitt- bzw. Strichreihen um.

 

Expressiv! Die Künstler der Brücke. Die Sammlung Hermann Gerlinger, Albertina Wien, München (Hirmer) 2007 Nr. 48, S. 92.

 

 

                                                                                 

Catalogue raisonné
  • Schapire 41.196
  • Bibliography
  • Rosa Schapire, Karl Schmidt-Rottluffs Graphisches Werk bis 1923, Euphorion Verlag Berlin-Charlottenburg 1924
  • Neuausgabe mit Tafelband, Hrgg. von Ernst Rathenau, New York/Stuttgart 1987 Abb.Nr. 197
  • Abb.des Originals in: Magdalena M. Moeller, Karl Schmidt-Rottluff: Werke aus der Sammlung des Brücke-Museums Berlin, Kat. Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung/ Kunsthaus Wien, München (Hirmer) 1997 Nr. 231
  • Die Maler der Brücke, Bestandskatalog Sammlung Hermann Gerlinger, Stiftung Moritzburg, Halle (Saale) 2005 no 148 p.77
  • Marietta Mautner Markhof, Karl Schmidt-Rottluff, Die Heiligen Drei Könige, in: Expressiv! Die Künstler der Brücke - Die Sammlung Hermann Gerlinger, Kat. Albertina Wien (Hirmer) München 2007 p.92, Abb. p.93
  • Provenance
  • "Alter Bestand" laut Inventarbuch

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/en/objects/275850/die-heiligen-drei-konige-neumann--mappe-blatt-8Image Request
    Last edited08.03.2022