Brief von Egon Schiele an Marie Schiele vom 2. Oktober 1914, Inv. Nr.: ESA78b/recto
Brief von Egon Schiele an Marie Schiele vom 2. Oktober 1914
Brief von Egon Schiele an Marie Schiele vom 2. Oktober 1914, Inv. Nr.: ESA78b/recto
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Brief von Egon Schiele an Marie Schiele vom 2. Oktober 1914

Egon Schiele

2. Oktober 1914




Verfasser:in (Tulln 1890 - 1918 Wien)
Adressat:in (Krumau, Böhmen 1862 - 1935 Wien)
erwähnte Person(en) (Wien 1881 - 1940 St. Moritz)
erwähnte Person(en) (Wien 1862 - 1918 Wien)
erwähnte Person(en) (Wien 1880 - 1949 Wien)
erwähnte Person(en) (Budapest 1867 - 1943 Budapest)
erwähnte Person(en) (Böhmisch-Leipa 1857 - 1936 Wien)
erwähnte Person(en) (Wien 1891 - 1980 Kāneʻohe, Hawaii)
erwähnte Person(en) (Wien 1884 - 1961 Wien)
erwähnte Person(en) (Graz 1857 - 1929 Wien)
erwähnte Person(en) (Budapest 1884 - 1967 Salzburg)
erwähnte Person(en) (Pöchlarn 1886 - 1980 Villeneuve)
Date2. Oktober 1914
Object TypeArchivale
Object typePaper from archives
Materials / TechniquesTinte (schwarz) auf Papier
DimensionsBlatt: 20,2 × 30,2 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object numberESA78b/recto
Transkription

[Anfang des Briefes rechts:] 2. Ok[t]ober 1914. | Liebe Mutter! ich bin tatsächlich jetzt | so beansprucht daß ich in der letzten | Zeit überhaupt nicht daran denken konnte | in die Liechtensteinstraße zu kommen. | Ich habe die feste Absicht so weit als möglich | allen Einladungen Folge zu leisten und | sehe daraus daß es mir auch Nutzen | bringt, – darum wurde in den letzten | Tagen eine Kette daraus die sich immer | weiter zu verzweigen scheint. Vorige | Woche war ich täglich vormittags bei Dr. | Heinrich Böhler, der nahm mich zum | Kegelabend zu Hartmann am | Kärntnerring mit, – ich lernte unter | anderen auch einen Engländer kennen. | Beim Kegeln gewann ich 16 Kronen. | als es 2h nachts war nahm uns der | Mann Klimt, Prutscher, ich im Auto | nach haus. – Dann war ich an | einen [!] der letzten Tage beim fünf | Uhr Tee bei Lederers eingeladen – | auch dort waren natürlich viele Leute.

[Briefende links:] mein Schüler Heinrich B. [Böhler] überall | mitnehmen. – Nach Indien | will er mit mir, sagte er. | Allerdings in 1-2 Jahren. | – Vorgestern war auch Carl | Reininghaus bei mir und | zwar um 5h hatte er sich | angesagt und kam in der Tat | um 1/2 10h abends. Nur | Geduld haben was Geld anbelangt | ich habe die Empfindung daß ich | endlich aus der unsicheren Existenz | heraus bin. – ich will mir | einiges ersparen. – | In den nächsten Tagen am Abend | komme ich zu Euch, hoffentlich | vergiß ich nicht den Atlas. – | Eben sind mir zwei Zeichnungen | von Harta geschenkt worden | und eine von O. Kokoschka. | Vormittags bekam ich prähistorische | Scherben. Herzlichst allseits Egon.

Catalogue raisonné
  • Nebehay 706
  • Bibliography
  • Christian M. Nebehay, Egon Schiele 1890-1918. Leben, Briefe, Gedichte, Salzburg/Wien 1979
  • Provenance
  • Max Wagner, Wien
  • 1954 Albertina (Legat Max Wagner)

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/en/objects/281118/brief-von-egon-schiele-an-marie-schiele-vom-2-oktober-1914Image Request
    Last edited27.08.2021