Brief von Dr. Erwin von Graff an Egon Schiele vom 18. Mai 1910, Inv. Nr.: ESA169r
Brief von Dr. Erwin von Graff an Egon Schiele vom 18. Mai 1910
Brief von Dr. Erwin von Graff an Egon Schiele vom 18. Mai 1910, Inv. Nr.: ESA169r
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Brief von Dr. Erwin von Graff an Egon Schiele vom 18. Mai 1910

Erwin von Graff

18. Mai 1910




Verfasser:in (Aschaffenburg 1878 - 1952 Berlin)
Adressat:in (Tulln 1890 - 1918 Wien)
erwähnte Person(en) (Linz 1892 - 1966 Paris)
erwähnte Person(en) (Wien 1891 - 1970 Dortmund)
erwähnte Person(en) (Kissingen 1871 - 1913 Mitterndorf bei Dachau)
erwähnte Person(en) (Wien 1884 - 1955 Wien)
Date18. Mai 1910
Object TypeArchivale
Object typePaper from archives
Materials / TechniquesTinte (schwarz) auf Papier
Dimensions22,9 × 29 cm (9 × 11 7/16 in.)
CreditALBERTINA, Wien
Object numberESA169r
Transkription
[Briefpapier der K. k. Universitäts-Frauenklinik:] Wien, den 18. Mai 1910. |  Lieber Schiele! | Herzlichen Dank für Ihren Brief. | Gestern kam L.A. [Anm.: Walter Schübler verweist 2019 schlüssig darauf hin, dass es sich um Liliana (gerufen Bibiana) Amon, geb. 1892 in Linz, handelt, die seit 1909 für Schiele als Modell arbeitet. Sie wird einen Tag vor Graff´s Brief an Schiele an der Frauenklinik aufgenommen - offenbar für eine gynäkologische Untersuchung, da sie im 5. oder 6. Monat schwanger ist. Sie bringt dort drei Monate später, am 9. August 1910 (https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/08-alservorstadtkrankenhaus/01-219/?pg=165§), die uneheliche Tochter Marie Liliana zur Welt, die am 13. Juni 1938 Herrn Viktor Jenisch in Mariazell heiratet und am 1. November 1992 in Strobl stirbt. Die Vermutung, dass Egon Schiele der Vaters des Kindes sei, liegt nahe, wird jedoch von Liliana Amon selbst in ihrem Schlüsselroman Barrières, den sie als Marie Amon 1939 in Paris herausbringt, dementiert. Ihr Alter Ego Anna ist bereits vor der Bekanntschaft mit "Egon S..." von einem anderen unbekannten Mann schwanger. Liliana Amon ist einige Zeit lang Teil der Wiener Literatenszene im Café Herrenhof und wird später die Lebensgefährtin und Verlobte von Anton Kuh, bevor sie 1925 und 1929 heiratet, und schließlich nach Paris emigriert (https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/bibiana-amon-in-der-kunst-und-literatur-16103122.html§ und https://de.wikipedia.org/wiki/Liliana_Amon§)] an die Klinik | und wurde aufgenommen. Sie be- | wohnt ein Zimmer mit einer | 2ten Frau zusammen, und | scheint sehr unglücklich über | Ihre Untreue zu sein. – Es ist | wohl für Sie und sie besser | so. – Das gute Wetter begünstigt | Ihre Arbeiten gewiss, was mich sehr | freut. – Bitte grüßen Sie Osen | vielmals von mir, und theilen
Catalogue raisonné
  • Nebehay 102
  • Bibliography
  • Christian M. Nebehay, Egon Schiele 1890-1918. Leben, Briefe, Gedichte, Salzburg/Wien 1979
  • Provenance
  • Max Wagner, Wien
  • 1954 Albertina (Legat Max Wagner)

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/en/objects/283137/brief-von-dr-erwin-von-graff-an-egon-schiele-vom-18-mai-19Image Request
    Last edited27.06.2025