Hans Bol, Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter: Der barmherzige Samariter führt den Überfal…
Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter: Der barmherzige Samariter führt den Überfallenen in die Herberge
Hans Bol, Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter: Der barmherzige Samariter führt den Überfallenen in die Herberge, Inv. Nr.: 7900
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter: Der barmherzige Samariter führt den Überfallenen in die Herberge

Hans Bol

1572




Künstler:in (Mechelen 1534 - 1593 Amsterdam)
Date1572
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesFeder in Schwarz
Dimensions17,8 x 25,6 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number7900
Signedo. r.: "HANS BOL / .1.5.7.2."
MarkingsHerzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
Text

Die 1572 datierten Zeichnungen zum Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Inv. 7899, Inv. 7900) entstanden in jenem Jahr, in dem Bol aufgrund des spanischen Überfalls auf seine Geburtsstadt Mechelen nach Antwerpen zog. Bols Landschaftsdarstellungen der späten 1560er- und der frühen 1570er-Jahre zeigen eine Vorliebe für manieristisch unruhige, gewundene Formen, bei einer deutlichen Anhebung der Horizontlinie. Diese Wende in seiner künstlerischen Entwicklung ist auf den Einfluss des Antwerpener Stechers und Verlegers Hieronymus Cock zurückzuführen, für den auch viele andere Künstler tätig waren.

So zeichnete Bol die vorliegenden Blätter als Vorlage für die zweite und fünfte Szene des sechs Blatt zählenden Zyklus zum biblischen Gleichnis vom Barmherzigen Samariter (Lk 10, 25 – 37), der von Crispin de Passe d. Ä gestochen wurde. Die beiden Darstellungen zeigen, wie der Mann, der von Jerusalem nach Jericho geht, unter die Räuber fällt und wie der barmherzige Samariter den Überfallenen in die Herberge führt. Ihre feinen Strichelungen und Schraffuren weisen deutlich auf die Funktion als Stich- vorlagen hin. Charakteristisch ist der Bedeutungsverlust der eigentlichen Erzählung vom Überfall eines Reisenden und seiner Rettung durch den Samariter gegenüber der Landschaftsgestaltung. Dicht zusammengeballt, präsentieren sich die verschiedenen Elemente der Kompositionen: die schraubenförmig gewundenen Bäume und die schwellenden Formen des zerklüfteten vorderen Bodenbereichs, der tief gelegene Mittelgrund und das abschließende Gebirge am Horizont, in enger Berührung mit den linear bewegten Wolkenmassen. Dieser Typus der manieristischen Fantasielandschaft hat sich von der natürlich wirkenden Gattung der frühen Landschaftszeichnungen des Künstlers weit entfernt.

Bosch, Bruegel, Rubens, Rembrandt. Meisterwerke der Albertina, hg. von K. A. Schröder und C. Metzger, Albertina, Wien, Ostfildern 2013, Abb. 51, S. 114.


Catalogue raisonné
  • Benesch 1928, 228
  • Bibliography
  • Franz 1965, S. 39
  • A.K. Old Masters Drawings from Vienna Albertina, Art Gallery of New South Wales, Sydney 2002, Nr. 29 (M. Bisanz-Prakken)
  • AK Bosch, Bruegel, Rubens, Rembrandt. Meisterwerke der Albertina, hg. von K. A. Schröder und C. Metzger, Albertina, Wien, Ostfildern 2013, Nrn. 50, 51.
  • Provenance
  • Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Online resources
    IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/en/objects/28779/das-gleichnis-vom-barmherzigen-samariter-der-barmherzige-saImage Request
    Last edited19.07.2021