Kondolenzschreiben von Hans von Ankwicz an Marie Schiele vom 24. November 1918
Hans Ankwicz-Kleehoven
24. November 1918
[links oben um 180° gedreht:] Fräulein | Tontschi | Nowak (Sekretärin) | Wien XIX. | Barawitzkagaße 34.
Wien, 24. XI. 1918. | Verehrte gnädige Frau! | Erst vor einigen Tagen vom Piave zurück- | gekehrt, habe ich mit tiefster Erschütterung | von dem Ableben Ihres von mir so hoch geschätz- | ten Sohnes und dessen junger Gattin Kunde | erhalten und beeile mich nun, wenn auch | mit arger Verspätung, Ihnen den Ausdruck | meines innigsten Beileides zu übermitteln. | Unsere Kunst hat in Ihrem Sohne eines der | stärksten und originellsten Talente verloren | und wir, die wir ihm nähertreten durften, | überdies einen liebenswürdigen und liebens- | werten Menschen, der uns sicherlich dereinst | ein Führer geworden wäre. Mir persönlich, | der ich den Werken Ihres Sohnes seit jeher | das wärmste Interesse entgegengebracht | und bereits eine kleine „Schiele-Sammlung“ | anzulegen begonnen habe, erscheint sein
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/en/objects/296805/kondolenzschreiben-von-hans-von-ankwicz-an-marie-schiele-vomImage Request