Brief von Georg Merkel an Egon Schiele vom 1. Oktober 1918, Inv. Nr.: ESA969b
Brief von Georg Merkel an Egon Schiele vom 1. Oktober 1918
Brief von Georg Merkel an Egon Schiele vom 1. Oktober 1918, Inv. Nr.: ESA969b
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Brief von Georg Merkel an Egon Schiele vom 1. Oktober 1918

Georg Merkel

1. Oktober 1918




Verfasser:in (Lemberg 1881 - 1976 Wien)
Adressat:in (Tulln 1890 - 1918 Wien)
erwähnte Person(en)
erwähnte Person(en) (Graz 1875 - 1954 Wien)
erwähnte Person(en) (Wien 1881 - 1935 Marienbad)
erwähnte Person(en) (Wien 1887 - 1964 Bonn)
Date1. Oktober 1918
Object TypeArchivale
Object typePaper from archives
Materials / TechniquesFeder in Schwarz
DimensionsBlatt: 20,5 x 29,5 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object numberESA969b
Transkription
am 1. Oktober 1918 | Lieber Schiele | Ich war gestern im Hagenbund und sprachen wir über | die Sache. Es wurde verabredet, dass ich und Stemolak | weiter verhandeln, um bis zur Generalversammlung, diese | Angelegenheit, so weit als möglich ins Klare zu bringen. | Um die Sache zu beschleunigen, kommen wir schon heute | 5 Uhr Nachm. zu Ihnen. Ich erachte es als unbedingt | nothwendig, dass Nebehay bei dieser Unterredung zugegen | ist, da laut beschluss [sic] sind wir eine Vereinigung, und | da kann, und darf von einer Handlung eines Einzel= | nen, wenn sie auch in bester Meinung geschieht, | keine Rede sein. Ich bitte Sie daher den Nebehay, | in meinem Nahmen [sic] zu dieser Unterredung einzuladen. | Trachten Sie schon mit Nebehay um 1/2 5 bei sich zu | sein, damit wir uns verständigen können, ich komme | auch früher. | Ich habe gewisse Bedenken gegen die Ausstellung in | Wiesbaden in der Jetztigen [sic] Zeit, wir müssen darüber | sprechen, vielleicht habe ich unrecht, aber meine Zweifel | darf ich nicht für mich behalten. ./. || Grünwald hat mir zugesagt, die Zeichnungen (vier Stück) | für die Wiesbadener Ausstellung auszuborgen. Nachdem | er das bist heute nicht gethan hat, ist es klar dass | ich nie mehr, ihm um etwas derartiges bitten kann; | Wären Sie geneigt, von ihm noch heute die vier zuge= |  sagten Zeichnungen irgenden [sic] wie herauszubekommen? | Dass [sic] müßte noch heute geschehen, damit Sie dieselben | dem Spediteur übergeben, wenn der Wagen zu Ihnen | kommt. Ich hoffe, wenn ich gesund bin, nicht mehr | gezwungen zu sein, mir Bilder von Grünwald zu | leihen, was mir auch sonnst [sic] peinlich ist, da ich sehe, | dass er es einfach nicht will. Die Gründe will | ich nicht erouiren [sic], allerdings scheint es, dass er | mir nicht die Bilder anvertrauen will, aber das | ist ja seine Sache. | Mit Grüßen | Georg Merkel | Antworten Sie umgehend | Aus Prag habe ich bis heute keine Zeichnungen zurückerhalten.
Catalogue raisonné
  • Nebehay 1730
  • Bibliography
  • Christian M. Nebehay, Egon Schiele 1890-1918. Leben, Briefe, Gedichte, Salzburg/Wien 1979
  • Provenance
  • Max Wagner, Wien
  • 1954 Albertina (Legat Max Wagner)

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    Last edited31.05.2023