Bildnis des Malers Anton Faistauer
Egon Schiele
1909
Im Bildnis des Malers Anton Faistauer sind die Anklänge an Gustav Klimt in der Ornamentierung des Sessels noch deutlicher sichtbar als beim Selbstbildnis. Die koloristische Akzentuierung und die Stilisierung der Haare, der roten Lippen, der blauen Halsschleife, der Hände und der Seitenwange des Fauteuils kann Schiele noch nicht überzeugend durch die schönlinig geführte Bleistiftkontur vereinen.
Im "Bildnis des Malers Anton Faistauer" (1887 - 1930) sind die Anklänge an #Gustav Klimt in der Ornamentierung des Sessels noch deutlicher sichtbar als beim "Selbstbildnis mit Stirnband" (Inv. 30771). Der Freund und Studienkollege in der Klasse #Griepenkerls verlässt 1909 mit Schiele die Akademie, um die Neukunstgruppe zu gründen. #Faistauer entwirft für die #Galerie Pisko auch das Plakat der ersten Ausstellung dieser Künstlergruppe.
Für Schiele war die wichtigste künstlerische Bestätigung, beim bedeutendsten künstlerischen Ereignis 1909, in der großen internationalen Kunstschau, neben dem bewunderten Haupt der Wiener Jugendstilmalerei, #Gustav Klimt, ausgestellt zu werden. Nicht zuletzt die Teilnahme an der Kunstschau, die für alles, was an der Akademie gelehrt wurde, zum Fanal geriet, macht den Austritt aus der Akademie unausweichlich.
Nur in dem in Dreiviertelansicht gewendeten Kopf des fast knabenhaft wirkenden Künstlerfreundes lockert sich die strenge Seitenansicht von Figur und Sessel. Die scharfe koloristische Akzentuierung und die Ornamentierung der Haare, der roten Lippen, der blauen Halsschleife, der Hände und der Seitenwange des Fauteuils vermag Schiele durch die schönlinig geführte Bleistiftkontur noch nicht überzeugend zu vereinen.
Klaus Albrecht Schröder (Autor und Hg.), Egon Schiele (Kat. Ausst., Albertina, Wien 2005/2006), München, Berlin, London, New York 2005, S. 59.
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