Egon Schiele, Bildnis des Malers Anton Faistauer, Inv. Nr.: 30538
Bildnis des Malers Anton Faistauer
Egon Schiele, Bildnis des Malers Anton Faistauer, Inv. Nr.: 30538
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Bildnis des Malers Anton Faistauer

Egon Schiele

1909




Im Bildnis des Malers Anton Faistauer sind die Anklänge an Gustav Klimt in der Ornamentierung des Sessels noch deutlicher sichtbar als beim Selbstbildnis. Die koloristische Akzentuierung und die Stilisierung der Haare, der roten Lippen, der blauen Halsschleife, der Hände und der Seitenwange des Fauteuils kann Schiele noch nicht überzeugend durch die schönlinig geführte Bleistiftkontur vereinen.



Künstler:in (Tulln 1890 - 1918 Wien)
Dargestellt (St. Martin bei Lofer 1887 - 1930 Wien)
Date1909
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesBleistift, Farbkreide, Deckfarbe, auf braunem Packpapier
Dimensions29,6 x 31,3 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number30538
SignedM.l."MALER / FAISTAUER"; r.u. "ES"
Text

Im "Bildnis des Malers Anton Faistauer" (1887 - 1930) sind die Anklänge an #Gustav Klimt in der Ornamentierung des Sessels noch deutlicher sichtbar als beim "Selbstbildnis mit Stirnband" (Inv. 30771). Der Freund und Studienkollege in der Klasse #Griepenkerls verlässt 1909 mit Schiele die Akademie, um die Neukunstgruppe zu gründen. #Faistauer entwirft für die #Galerie Pisko auch das Plakat der ersten Ausstellung dieser Künstlergruppe.
Für Schiele war die wichtigste künstlerische Bestätigung, beim bedeutendsten künstlerischen Ereignis 1909, in der großen internationalen Kunstschau, neben dem bewunderten Haupt der Wiener Jugendstilmalerei, #Gustav Klimt, ausgestellt zu werden.  Nicht zuletzt die Teilnahme an der Kunstschau, die für alles, was an der Akademie gelehrt wurde, zum Fanal geriet, macht den Austritt aus der Akademie unausweichlich.
Nur in dem in Dreiviertelansicht gewendeten Kopf des fast knabenhaft wirkenden Künstlerfreundes lockert sich die strenge Seitenansicht von Figur und Sessel. Die scharfe koloristische Akzentuierung und die Ornamentierung der Haare, der roten Lippen, der blauen Halsschleife, der Hände und der Seitenwange des Fauteuils vermag Schiele durch die schönlinig geführte Bleistiftkontur noch nicht überzeugend zu vereinen.

Klaus Albrecht Schröder (Autor und Hg.), Egon Schiele (Kat. Ausst., Albertina, Wien 2005/2006), München, Berlin, London, New York 2005, S. 59.

Catalogue raisonné
  • Kallir Drawings 1990/1998, 319
  • Bibliography
  • AK Albertina 1948, Nr. 1
  • AK Linz 1949, Nr. 29
  • AK München 1964, Nr. 490
  • AK Wien 1964, Nr. 214
  • AK Salzburg 1968, Nr. 1
  • Comini 1974, Abb. 38
  • AK München 1975, Nr. 81
  • Nebehay 1979, Abb. 161 (1980 Abb. 141)
  • Nebehay 1989, Abb. 141
  • AK Tokio 1989, Nr. 152
  • AK Albertina 1990, Nr. 16
  • Kallir 2003, S. 60
  • Klaus Albrecht Schröder (Autor und Hg.), Egon Schiele (Kat. Ausst., Albertina, Wien 2005/2006), München, Berlin, London, New York 2005, Nr. 13
  • Klaus Albrecht Schröder, in: Museo Guggenheim Bilbao (Hg.), Egon Schiele. Obras del Albertina Museum, Viena, (Kat. Ausst., Museo Guggenheim Bilbao, Bilbao 2012/2013), Bilbao 2012, S. 34-35 (in spanischer Sprache)
  • Provenance
  • 1948 erworben bei der Galerie Agathon, Wien

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/en/objects/3017/bildnis-des-malers-anton-faistauerImage Request
    Last edited27.05.2025