Schleppkahn bei Vernon
Pierre Bonnard
um 1929
Bonnard gehört mit Maurice Denis und Édouard Vuillard zur Künstlergruppe der Nabis, deren stilistische Voraussetzungen sowohl auf den koloristischen Erfahrungen des Impressionismus als auch auf den ästhetischen Vorstellungen des Symbolismus basieren.
Bonnards Landschaften und Akte zeichnen sich durch eine leuchtende Farbigkeit aus. Sein bevorzugtes Modell ist seine Ehefrau Marthe. Obwohl sie über 40 Jahre miteinander leben, stellt er sie stets so dar, wie er sie 1893, im Alter von 24 Jahren, kennengelernt hat. Nach ihrem Tod 1942 bezieht Bonnard seine Anregungen nur noch aus der Natur und malt fast ausschließlich Landschaften und Stillleben.
Together with Maurice Denis and Édouard Vuillard, Bonnard was a member of the Nabis group of painters, whose stylistic orientation was based on both Impressionism’s colouristic experience and Symbolism’s aesthetic ideas.
Bonnard’s landscapes and nudes stand out for their brilliant colours. His preferred model was his wife, Marthe. Although they had lived together for more than forty years, he still depicted her the way she had looked in 1893, at the age of 24, when he first met her. After her death in 1942, Bonnard drew his inspirations but from nature and limited himself almost exclusively to landscapes and still lifes.
Rahmenaußenmaß: 81,7 × 83,6 × 6,1 cm
Die einst so aktive Künstlergruppe les Nabis (von hebr. nabi Prophet) löste sich am Anfang des 20. Jahrhunderts nach und nach auf, und die Wege der Künstler trennten sich. Bonnard behielt jedoch seine betont dekorative, fast teppichartige Malerei bei. Das vorliegende Bild Remorqueur à Vernon aus dem Jahr 1929 mag zwar auf den ersten Blick wie ein impressionistisches Landschaftsbild aussehen; dann fällt jedoch auf, wie flächig es als Ganzes angelegt ist und wie dicht die Farben ineinander verwoben sind. Festgehalten ist, von hohen Bäumen links und rechts gerahmt, der Blick auf eine dicht bewachsene Uferzone und die silbern schimmernde Seine, auf der ein Schlepper mit Lastkahn vorbeizieht. Das Bild zeigt wohl die Aussicht von Bonnards Villa in Verronnet, wo er seit 1912 einen zweiten Wohnsitz hatte. Zur gleichen Zeit entstanden hier noch weitere Landschaftsbilder, von denen zwei ebenfalls einen Fensterausblick einfangen1.
1 Vgl. Jean und Henri Dauberville, Bonnard: Catalogue de l´ œuvre peinte, Bd. III, Paris 1973, Nrn. 1422 und 1423.
zitiert aus: R. & H. Batliner Art Foundation (Hg.), Rudolf Koella (Konzept und Red.)/Felix Billeter (Wiss. Mitarb.), Verborgene Meisterwerke (Kat. Best. R. & H. Batliner Art Foundation, Vaduz 2005), Wien 2005, S. 50, Nr. 14.
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/en/objects/305590/schleppkahn-bei-vernonImage Request