Stillleben mit rotem Mohn
Max Peiffer Watenphul
1929
Rahmenaußenmaß: 91 × 104,5 × 6 cm
Betrachtet man Bilder wie dieses 1929 entstandene Stillleben, fällt es schwer zu glauben, dass ihr Schöpfer 1919-1921 Schüler am deutschen Bauhaus in Weimar gewesen war und dort mit so bedeutenden Pionieren der Abstraktion wie Johannes Itten oder Wassily Kandinsky in Kontakt gestanden hatte. Nun weiß man allerdings auch, dass dem angehenden Künstler schon damals mehr daran lag, Beziehungen zu den Malern der Neuen Sachlichkeit zu knüpfen, insbesondere zu ihrem Hauptmeister Otto Dix, dem er über Jahre freundschaftlich verbunden blieb. Viele stilistische Eigenheiten dieses neuen radikalen Realismus flossen im Laufe der zwanziger Jahre in Peiffer Watenphuls Werk ein, und wie alle neusachlichen Maler entwickelte er eine große Verehrung für die naive Malerei und die Volkskunst.
In seiner eigenen Malerei bevorzugte Peiffer Watenphul zeitlebens zwei Tätigkeitsfelder: das Stillleben und die Landschaft. Die Stillleben, die er um 1930 schuf, sind alle ähnlich konzipiert wie das vorliegende Bild. Es sind schlichte Zusammenstellungen aus Blumen und Früchten, Geschirr und Büchern, die der Künstler immer vor eine bildflächenparallel angelegte neutrale Fläche zu setzen pflegt. Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine schiefergraue Wand, deren Aufgabe es ohne Zweifel ist, die hellen Farben der Blumen und Gegenstände noch mehr zum Leuchten zu bringen. Die meisten dieser Stillleben schuf der Künstler in Essen, wo er von 1927 bis 1931 an der renommierten Folkwangschule Malerei unterrichtete.
vgl. R. & H. Batliner Art Foundation (Hg.), Rudolf Koella (Konzept und Red.), R. & H. Batliner Art Foundation. Neuerwerbungen 2005-2011 (Kat. Best. R. & H. Batliner Art Foundation, Vaduz 2012), Vaduz 2012, S. 46, Kat. 68.
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