Blumenstillleben
Rachel Ruysch
Die doppelseitige Zeichnung mit Blumenstilleben (s. auch Inv. 10320v) wird im Sammlungsinventar Herzog Alberts (sog. Altes Cahier) Rachel Ruysch zugeschrieben. Das Blatt ist weder signiert, noch datiert. Was bislang als Vorder- und Rückseite eines Blattes schien, erwies sich bei näherer Untersuchung als zwei separate Blätter, die zu unbestimmtem Zeitpunkt aufeinander geklebt wurden. Dies erschwert die Lesbarkeit eines vorhandenen Wasserzeichens (ev.“…E L.OO.(T?)..”?), das bislang nicht identifiziert werden konnte, aber wohl ins späte 17. oder 18. Jahrhundert zu datieren ist. Es wäre abgesehen von der Ruysch zugeschriebenen Skizze einer Kröte (London, The Royal Society; Abb. in Rachel Ruysch. Nature into Art 2024) die einzige bekannte Zeichnung der Künstlerin. Die Blumen sind über einer Vorzeichnung mit schwarzem Stift sorgfältig und sicher mit Pinsel in Grau ausgeführt, Licht und Schatten mit grauen Lavierungen herausgearbeitet. Die Blumen haben eine starke Ähnlichkeit zu Gemälden von Rachel Ruysch, ohne dass sie mit einem bestimmten Werk übereinzustimmen (was aber etwa bei den Zeichnungen von Jan van Huysum auch nur in den seltensten Fällen zutrifft). Die Arrangements in bauchigen Vasen auf der Kante eines Tisches oder Sockels sowie die Technik der lavierten Pinselzeichnung erinnern aber auch an Werken von Pieter van Loo, etwa seine signierten Zeichnung in der Albertina Inv. 15197. Mangels Vergleichsmöglichkeiten mit Zeichnungen von Rachel Ruysch muss die Zuschreibung bis auf Weiteres offen bleiben.
