Egon Schiele, Die Mutter des Künstlers, Maria Schiele, Inv. Nr.: 23527
Die Mutter des Künstlers, Maria Schiele
Egon Schiele, Die Mutter des Künstlers, Maria Schiele, Inv. Nr.: 23527
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Die Mutter des Künstlers, Maria Schiele

Egon Schiele

1918




Die Porträtzeichnung der Mutter Schieles gehört zu den eindrucksvollsten und berührendsten Menschendarstellungen in Schieles spätem Schaffen. Obwohl auch hier die üblichen stilistischen Charakteristika das Werk prägen – das Weglassen des Oberkörpers und von Teilen der Arme, der Wechsel zwischen scharf gezeichnetem Umriss und weich geschummerten Partien –, belegt die kunstvolle ovale Komposition mit dem leeren Zentrum den besonderen Stellenwert dieses Porträts. Das perspektivisch präzise verkürzte Gesicht ist von Erschöpfung und Müdigkeit geprägt.



Künstler:in (Tulln 1890 - 1918 Wien)
Date1918
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesSchwarze Kreide auf Japanpapier
Dimensions45,8 x 28,9 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number23527
Signedr.u. "EGON / SCHIELE / 1918"
Text

Die Porträtzeichnung der Mutter Schieles gehört zu den eindrucksvollsten und berührendsten Menschendarstellungen in Schieles spätem Schaffen. Obwohl auch hier die üblichen stilistischen Charakteristika das Werk prägen – das Weglassen des Oberkörpers und von Teilen der Arme, der Wechsel zwischen scharf gezeichnetem Umriss und weich geschummerten Partien –, belegen der Ausführungsgrad und die kunstvolle ovale Komposition mit dem leeren Zentrum den besonderen Stellenwert dieses Porträts von Schieles Mutter. Ihr perspektivisch präzise verkürztes Gesicht ist von Erschöpfung und Müdigkeit geprägt.

 

#Marie Soukup, die Mutter Egon Schieles, wird 1862 in Krumau als eines von neun Kindern eines wohlhabenden Bauunternehmers geboren. 1879 heiratet sie den Eisenbahnbeamten #Adolf Eugen Schiele (1851–1905). Die ersten zwei Kinder des Paares sind Totgeburten, das dritte Kind – die 1886 geborene Elvira - stirbt im Alter von zehn Jahren an einer Gehirnhautentzündung. Die drei nachfolgenden Kinder Melanie (1886-1974), Egon (1890-1918) und Gerti (1894-1981) sind gesund.

#Marie Schiele ist nach dem frühzeitigen Tod ihres Gatten 1905 (verursacht durch die Spätfolgen einer Syphilis-Erkrankung) auf eine kleine Witwenpension angewiesen.

 

Obwohl #Marie Schiele wenig von Kunst versteht, ist sie dennoch diejenige, die sich – entgegen dem Wunsch des Mitvormundes #Czihaczek – für Egons Ausbildung an der Akademie der bildenden Künste einsetzt.

 

Nach Egons Tod fällt der Nachlass des Künstlers an seine Mutter und deren Töchter. #Marie Schiele stirbt 1935 in Wien.


Klaus Albrecht Schröder (Autor und Hg.), Egon Schiele (Kat. Ausst., Albertina, Wien 2005/2006), München, Berlin, London, New York 2005, S. 368.

Catalogue raisonné
  • Kallir Drawings 1990/1998, 2230
  • Bibliography
  • Benesch o.J., Taf. 24
  • AK Wien 1925/26, Nr. 137
  • AK Berlin 1928, Nr. 273, Abb.
  • AK Wien 1928, Nr. 249, Abb.
  • AK Albertina 1943, Nr. 45
  • AK Wien 1945, Nr. 11
  • Künstler 1946, Abb. 26
  • AK Wien 1948, Abb.
  • AK Albertina 1948, Nr. 244
  • AK Linz 1949, Nr. 208
  • AK São Paulo 1957, Nr. 23
  • AK Zürich 1958, Nr. 77
  • Benesch 1958, gegenüber S. 41
  • Freiberg 1967, gegenüber S. 352
  • Koschatzky 1968, Nr. 62
  • AK Albertina 1968, Nr. 276, Abb.
  • Mitsch 1969, Abb. 73
  • Leopold 1972, Tafel 226
  • Comini 1974, Tafel 169
  • AK München 1975, Nr. 257, Abb.
  • AK Albertina 1990, Nr. 164, Abb.
  • AK Washington u.a. 1994, Tafel 96
  • Nebehay 1995, S. 32
  • AK Mailand 2000, S. 121, Abb.
  • Kallir 2003, S. 481
  • AK Klaus Albrecht Schröder (Autor und Hg.), Egon Schiele (Kat. Ausst., Albertina, Wien 2005/2006), München, Berlin, London, New York 2005, Nr. 210
  • Klaus Albrecht Schröder, in: Museo Guggenheim Bilbao (Hg.), Egon Schiele. Obras del Albertina Museum, Viena, (Kat. Ausst., Museo Guggenheim Bilbao, Bilbao 2012/2013), Bilbao 2012, S. 190-191 (in spanischer Sprache)
  • Kerstin Jesse/Jane Kallir/Hans-Peter Wipplinger (Hg.), Zeiten des Umbruchs. Egon Schieles letzte Jahre 1914-1918 (Ausst. Kat. Leopold Museum, Wien 2025), Köln 2025, Abb. S. 262
  • Provenance
  • Übernahme von der Österreichischen Galerie 1923

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/en/objects/3162/die-mutter-des-kunstlers-maria-schieleImage Request
    Last edited22.04.2025