Die Mutter des Künstlers, Maria Schiele
Egon Schiele
1918
Die Porträtzeichnung der Mutter Schieles gehört zu den eindrucksvollsten und berührendsten Menschendarstellungen in Schieles spätem Schaffen. Obwohl auch hier die üblichen stilistischen Charakteristika das Werk prägen – das Weglassen des Oberkörpers und von Teilen der Arme, der Wechsel zwischen scharf gezeichnetem Umriss und weich geschummerten Partien –, belegt die kunstvolle ovale Komposition mit dem leeren Zentrum den besonderen Stellenwert dieses Porträts. Das perspektivisch präzise verkürzte Gesicht ist von Erschöpfung und Müdigkeit geprägt.
Die Porträtzeichnung der Mutter Schieles gehört zu den eindrucksvollsten und berührendsten Menschendarstellungen in Schieles spätem Schaffen. Obwohl auch hier die üblichen stilistischen Charakteristika das Werk prägen – das Weglassen des Oberkörpers und von Teilen der Arme, der Wechsel zwischen scharf gezeichnetem Umriss und weich geschummerten Partien –, belegen der Ausführungsgrad und die kunstvolle ovale Komposition mit dem leeren Zentrum den besonderen Stellenwert dieses Porträts von Schieles Mutter. Ihr perspektivisch präzise verkürztes Gesicht ist von Erschöpfung und Müdigkeit geprägt.
#Marie Soukup, die Mutter Egon Schieles, wird 1862 in Krumau als eines von neun Kindern eines wohlhabenden Bauunternehmers geboren. 1879 heiratet sie den Eisenbahnbeamten #Adolf Eugen Schiele (1851–1905). Die ersten zwei Kinder des Paares sind Totgeburten, das dritte Kind – die 1886 geborene Elvira - stirbt im Alter von zehn Jahren an einer Gehirnhautentzündung. Die drei nachfolgenden Kinder Melanie (1886-1974), Egon (1890-1918) und Gerti (1894-1981) sind gesund.
#Marie Schiele ist nach dem frühzeitigen Tod ihres Gatten 1905 (verursacht durch die Spätfolgen einer Syphilis-Erkrankung) auf eine kleine Witwenpension angewiesen.
Obwohl #Marie Schiele wenig von Kunst versteht, ist sie dennoch diejenige, die sich – entgegen dem Wunsch des Mitvormundes #Czihaczek – für Egons Ausbildung an der Akademie der bildenden Künste einsetzt.
Nach Egons Tod fällt der Nachlass des Künstlers an seine Mutter und deren Töchter. #Marie Schiele stirbt 1935 in Wien.
Klaus Albrecht Schröder (Autor und Hg.), Egon Schiele (Kat. Ausst., Albertina, Wien 2005/2006), München, Berlin, London, New York 2005, S. 368.
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/en/objects/3162/die-mutter-des-kunstlers-maria-schieleImage Request