Rembrandt Harmensz. van Rijn, Sitzender alter Mann mit breitkrempigem Hut, Inv. Nr.: 17556
Sitzender alter Mann mit breitkrempigem Hut
Rembrandt Harmensz. van Rijn, Sitzender alter Mann mit breitkrempigem Hut, Inv. Nr.: 17556
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Sitzender alter Mann mit breitkrempigem Hut

Rembrandt Harmensz. van Rijn

um 1647-1652




Künstler:in (Leiden 1606 - 1669 Amsterdam)
Dateum 1647-1652
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesSchwarze Kreide; in den Ecken li. oben und re. unten bräunliche Flecken
Dimensions12,7 x 9,5 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number17556
Markingsl.u. Herzog Albert von Sachsen-Teschen (Lugt 174)
Text

Einen ganz eigenen Platz in Rembrandts Œuvre nimmt die weltweit verstreute Gruppe von etwa vierzig Figurenstudien ein, die zeitlich schwer einzuordnen sind; es wird allgemein von einem Entstehungszeitraum zwischen etwa 1647 und 1652 ausgegangen. In diesen oft sehr kleinen, mit schwarzer Kreide ausgeführten Blättern konzentrierte der Künstler sich auf das breite Spektrum, das die armen und am Rande der Gesellschaft lebenden Menschen in seiner Zeit bot: Bettler, Krüppel, arme Juden, Landstreicher oder gebrechliche alte Leute. Manche dieser Figuren sind einzeln dargestellt, andere in Gruppen; er stellte sie gehend, stehend, miteinander sprechend, sitzend oder auch liegend dar. In der Albertina ist diese Gruppe durch mehrere, durchwegs sehr qualitätsvolle Blätter vertreten.
Charakteristisch für die Studie "Sitzender alter Mann mit breitkrempigen Hut" sind - wie für viele Zeichnungen der Gruppe - die kurzen, knappen Striche und die blockhaft geschlossenen Formen. Im Gegensatz zu den kräftigen Linien der Bekleidung des leicht vorgebeugt sitzenden Mannes sind das Gesicht und der Hut mit einer feinen Kreide gezeichnet. Von großer Subtilität ist der Effekt des vom breiten Hutrand überschatteten Gesichtes, in dem die freigelassenen Papierstellen unter den Augen sowie auf der Nase und den Wangen die vom Licht erfassten Stellen wiedergeben. Dabei ist die linke Gesichtshälfte von den Konturen der Wange und des Ohrs hinauf bis zum Umriss des Hutes etwas stärker angesetzt; charakteristisch für Rembrandt ist die Art, in der das linke Auge kräftiger akzentuiert wird als das rechte, was zu einem sehr lebhaften Effekt führt. Die Zeichnung wurde von #Adam von Bartsch kopiert und gemeinsam mit anderen Studien aus der Skizzengruppe (darunter auch Inv. 8851) zu einem Tableau zusammengestellt. Nach diesem Tableau fertigte Bartsch 1783 mittels einer Pause eine Radierung an.

Rembrandt, hrsg. Klaus Albrecht Schröder und Marian Bisanz-Prakken, Wien 2004, Abb. 49, S. 136.

Catalogue raisonné
  • Benesch 1954-1957, Bd. 5, Nr. 1075, Abb. 1291
  • Benesch 1973, Bd. 5, Nr. 1075, Abb. 1365
  • Bibliography
  • Schönbrunner/Meder 1896-1908, Bd. 10, Nr. 1087
  • Hofstede de Groot 1906, Nr.1440
  • Benesch 1935, S. 46
  • AK Stockholm 1956, Nr.126
  • AK Rotterdam/Amsterdam 1956, Nr. 192
  • AK Wien 1956, Nr. 88
  • AK Wien 1969/70, Nr. 44
  • William W. Robinson, Five Black Chalk Figure Studies by Rembrandt, in: Master Drawings, 36, 1998, 1, S. 36-44, S. 40, 44, Anm. 32
  • A.K. Old Masters Drawings from Vienna Albertina, Art Gallery of New South Wales, Sydney 2002, Nr. 78
  • A.K. Rembrandt, hg. von K. A. Schröder und M. Bisanz-Prakken, Albertina, Wien 2004, Nr. 49 (M. Bisanz-Prakken)
  • A.K. Rembrandt and his time. Masterworks from the Albertina (Vienna), Milwaukee 2005, Nr. 38
  • Provenance
  • Prinz Charles de Ligne
  • Herzog Albert von Sachsen-Teschen
  • Online resources
    IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/en/objects/32305/sitzender-alter-mann-mit-breitkrempigem-hutImage Request
    Last edited26.07.2021

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