Henri Le Fauconnier, Porträt Jules Romains, Inv. Nr.: 22961
Porträt Jules Romains
Henri Le Fauconnier, Porträt Jules Romains, Inv. Nr.: 22961
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Porträt Jules Romains

Henri Le Fauconnier

1922




Künstler:in (Hesdin 1881 - (1945?)1946 Paris)
Date1922
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesSchwarze und braune Kreide, Kohle, auf Büttenpapier
Dimensions78,3 x 56,7 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number22961
Text

Das lebensgroße, monochrome Porträt stellt den französischen Schriftsteller #Jules Romains dar, der 1927 das Vorwort für ein retrospektives Album über Le Fauconnier verfasst hat. Die beiden Künstler kannten einander seit 1909, als sich Le Fauconnier der Schriftstellergruppe "L´Abbaye" anschloss, der neben Romains auch #Georges Duhamel angehörte. Das vorliegende Bildnis entstand 1922, ebenso das von Duhamel (Den Haag, Gemeentemuseum) und von #Stefan Zweig (unbekannter Verbleib).
Nach seinen Anfängen im Atelier von #J.-P-Laurens und an der Académie Julian, wo Le Fauconnier #Dunoyer de Segonzac, #La Fresnay und #Luc-Albert Moreau kennengelernt hatte, arbeitete er 1907/08 in Ploumanach in der Bretagne. Es entstanden eine Reihe vorkubistischer, von #Derain beeinflusster Arbeiten. Die wichtigsten Themen bildeten schon damals die Landschaft und das Porträt, die durch die Reduktion der Formen auf ihre Grundstrukturen und durch eine gedämpfte Farbskala stark vereinfacht wirken. In Paris wandte sich Le Fauconnier dann zwischen 1909 und 1913 den kubistischen Ideen zu, die er ohne die letzte radikale Konsequenz eines #Picasso und #Braque in gemäßigter Form für sein Werk adaptierte. Er war mit #Delaunay, #Gleize und #Léger befreundet, der seinen Stil maßgeblich um 1911/12 geprägt hat. Nach einer Italienreise 1911 und seiner Begeisterung für die Renaissancemalerei macht sich eine allmähliche Abkehr vom Kubismus bemerkbar. Von 1914-1919 lebte Le Fauconnier in Holland, wo er sich immer stärker einer realistischen und zugleich expressionistischen Malweise zuwandte. Ein charakteristisches Beispiel dafür bildet auch das Porträt von Jules Romains, das in strenger Monumentalität, der Beschränkung auf das Wesentliche sowie der scharfen Betonung der Helldunkelwerte eine ausdrucksstarke psychologische Studie darstellt.

 

zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 454, Nr. 206.

Catalogue raisonné
  • Ekelhart 2007, 206
  • Bibliography
  • Jules Romains, Le Fauconnier, Paris 1927, Abb.
  • Provenance
  • 1922 erworben

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/en/objects/33959/portrat-jules-romainsImage Request
    Last edited27.11.2018

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