Kopfstudie der schönen Fathma (" Souvenir de l´ Exposition Universelle: La belle Fathma")
Henri de Toulouse-Lautrec
1889
Mit kraftvollen spröden Federstrichen hält Toulouse-Lautrec die reizvollen, fremdartigen Gesichtszüge mit den großen dunklen Augen, das schwarze Haar sowie Turban, Kopf- und Ohrschmuck fest. Darüber findet sich - kaum erkennbar angedeutet - noch eine kleine, unvollständige Skizze des Profils. Bei der Dargestellten handelt es sich um eine orientalische Bauchtänzerin, deren Name #Maurice Joyant, Jugendfreund und Autor des ersten Œuvrekataloges, mit "La belle Fathma" (die schöne Fathma) angibt. Die Zeichnung vermerkt er unter "Souvenir de l´ Exposition universelle" (Erinnerung an die Weltausstellung; Joyant, II, S. 194). Das Blatt entstand demnach 1889 während der Pariser Weltausstellung, wo Toulouse-Lautrec verschiedene Schausteller wie z.B. "Tanzende Derwische" (Dortu, V, D. 3.098 und D. 3.100) oder eine "Javanesische Tänzerin" (Dortu, V, D. 3.103) skizziert hat. Die Studien, die alle mit Feder gezeichnet sind und das gleiche Format haben, dürften aus einem Skizzenbuch stammen (Dortu, V, D. 3.097-3.104). Toulouse-Lautrec scheint von der exotischen Ausstrahlung der "schönen Fathma" fasziniert gewesen zu sein, da er nicht nur ihre Physiognomie wiedergegeben, sondern die Bauchtänzerin nochmals ganzfigurig skizziert hat (Dortu, V, D. 3.101).
zitiert aus: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Christine Ekelhart (Bearb.), Die französischen Zeichnungen und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts der Albertina. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. XI, Wien/Köln/Weimar 2007, S. 684, Nr. 317.
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/en/objects/34156/kopfstudie-der-schonen-fathma--souvenir-de-l-exposition-uImage Request