Interieur einer Stube
August Xaver Karl von Pettenkofen
1880er Jahre
Das Frühwerk August von Pettenkofens ist motivisch und stilistisch vom Wiener Biedermeier – insbesondere von Peter Fendi – beeinflusst. Häufige Reisen nach Paris führen jedoch bald zu einem formalen und inhaltlichen Wandel seiner Kunst. Prägend wirkt sich besonders die Auseinandersetzung mit Werken der Schule von Barbizon aus. Deren paysage intime, die Wiedergabe schlichter und stimmungsvoller Landschaften und die Auseinandersetzung mit Lichtverhältnissen, wird für den Künstler vorbildhaft.
Motive findet Pettenkofen im ungarischen Ort Szolnok und in der ungarischen Tiefebene, deren besondere Lichtsituation ihn fasziniert. Die Nachfrage nach Szolnoker Motiven und vor allem nach Darstellungen des bei den Zeitgenossen besonders begehrten exotischen „Zigeuner“-Genres reißt dank einer allgemeinen Ungarn-Mode über Jahrzehnte hinweg nicht ab. Die Abwendung vom Narrativen, die Hinwendung zur monumentaleren Darstellung einzelner Figuren sowie ein Streben nach harmonischer Farbgebung und einer kontrastfreien Tonigkeit kennzeichnen das spätere Schaffen des Künstlers.
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