Marlene Dumas, Hrdlicka 1994, Inv. Nr.: 42119/3
Hrdlicka 1994
Marlene Dumas, Hrdlicka 1994, Inv. Nr.: 42119/3
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien Copyright: © Marlene Dumas

Hrdlicka 1994

Marlene Dumas

1994




Künstler:in (Südafrika, geboren 1953)
Date1994
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesAquarell, Tusche, Deckweiß, Pastellkreide
Dimensions28,3 × 24,3 cm
Rahmenaußenmaß 52,5 × 48 × 4,1 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number42119/3
Inscribed
SignedVerso: "1994"
Text

Die in Südafrika geborene Künstlerin Marlene Dumas hat im Ausstellungskatalog "Wet Dreams" ihre Erfahrungen mit dem Medium Aquarell beschrieben: Zunächst war es für sie das Unkritischste, Unaggressivste, Unerotischste, was man machen konnte. Trotzdem, meinte sie, könne man diesem verführerischen, betörenden Medium leicht verfallen, und dann sei es schwer, wieder davon zu lassen.
Dies zeigt sich im gesamten Werk der Künstlerin, die von 1972 bis 1978 in Kapstadt und Haarlem studierte. Zeichnung, Aquarell, Grafik und Collage waren von Beginn an jene Techniken, die Dumas für ihre Porträts und abstrakten Darstellungen verwendete. Der Mensch steht im Mittelpunkt ihrer bildnerischen Beschreibungen, die mit der Technik des Aquarells ihren Höhepunkt finden.
Dumas arbeitet seit Anfang der 70er-Jahre mit Serien: Ein Beispiel dafür sind etwa die zwischen 1977 und 1981 produzierten großformatigen Zeichnungen zu Geschichten von #Hans Christian Andersen. Als Vorlagen für ihre Porträts verwendet sie Filme, Fotos von Schauspielern und Künstlern sowie Figuren aus der Literatur. In ihren Porträtdarstellungen konzentriert sich die Künstlerin auf Close-ups von Gesichtern, die Angst, Leid, sexuelle Lust, Schmerz oder Fragilität zum Ausdruck bringen. Dumas' Aquarelle verwandeln Melancholie, Aggression, zerrinnende Schminke und tiefe Gesichtsfurchen, die in die Gesichter gegraben sind, in Symbole widersprüchlicher menschlicher Existenz.
Das Porträt des österreichischen Bildhauers Alfred Hrdlicka, den Dumas nie persönlich getroffen hat, zeigt das Gesicht eines alternden Mannes, dessen Gesichtszüge ernst, ja grimmig und zugleich schlaff wirken. Die grauen und schwarzen Töne zeigen ein Gesicht, aus dem Unmut und Stagnation, Widerstand und Schwermut, Kampfgeist und Müdigkeit sprechen.

Barbara Steffen, in: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Die großen Meister der Albertina (Kat. Best. Albertina, Wien 2008), Petersberg 2008, Nr. 284.

Bibliography
  • AK Ravensburg 2003, S. 79
  • AK Albertina 2007/08 a, S. 53, Nr. 30 (fälschlich Nr. 31)
  • Schröder 2008, Nr. 284 (B. Steffen)
  • Albertina: Pollock bis Baselitz, hrsg. von Klaus Albrecht Schröder, Bad Vöslau: Grasl Druck & Neue Medien 2003, Abb.93
  • Provenance
  • Erworben bei Galerie Martin Janda, Wien, 1995

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/en/objects/420/hrdlicka-1994Image Request
    Last edited28.11.2024