Das hohe Bett der Rituale
Adolf Frohner
1963
Anfang der 1960er-Jahre – das Grauen des Krieges liegt noch nicht lange zurück – ist für Adolf Frohner »das sogenannte Schöne obsolet geworden. Das ›Gestaltenwollen‹ hatte einen anderen Sinn bekommen.« Frohner nutzt »arme« Materialien oder Schrott und Gerümpel für Werke, in denen es um grundsätzliche Fragen des Menschseins geht, und entwickelt eine ausdrucksstarke Ästhetik des Hässlichen und des Zerstörens. Häufig stehen Matratzen – »in einer weggeworfenen Matratze gibt es mehr Leben als im Marmor, es hängt mit ihr das ganze Menschenleben zusammen« – oder ähnliche Objekte für den Menschen, dem Gewalt angetan wird. So auch im Hohen Bett der Rituale, das durch seine Aufrechtstellung zu einem Bild der Anklage wird und im dem das aus der aufgeschlitzten Jute hervorquellende Seegras und die Ölfarbe vielfältige Assoziationen wecken – an Gewalt, an Riten und an deren Verbindung denken lassen.
Rahmenaußenmaß: 207 × 86 × 46 cm
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/en/objects/427476/das-hohe-bett-der-ritualeImage Request