Megaphone Man with Pylons
William Kentridge
2000
Von Anfang an reflektieren die Arbeiten von William Kentridge das Regime der Apartheid. Statt ausgeprägter Propaganda überwiegt jedoch eine Form von Poesie. Seine Zeichnungen sind Vorlagen für seine Filme und gleichzeitig eigenständige Kunstwerke. In ihnen dominiert der dicke Kohlestrich und die spontane Zeichengeste der Hand. Die Motivbearbeitung zur Gestaltung der bewegten Bilder hinterlässt Spuren am Papier: Es finden sich collagierte, überklebte oder aufgerissene Bereiche.
Die Großformate zeigen seltsame Mischwesen aus Mensch und Maschine. Lebensgroß durchmessen Telefonfrau, Duschenmann und ein laufendes Megafon den Raum. Beflissen tanzt die Telefonfrau heran, um sich dienstbar zu machen, und das wandelnde Megafon ächzt unter der Belastung dessen, was es alles zu verkünden gibt. Kentridges Figuren und Figurinen träumen den Traum der Veränderung. Der zeichnerische Duktus erinnert mit seinen düsteren Zügen an Max Beckmann, der filmische Duktus mit seiner Behauptung einer kruden Materialität an die Experimente von Dadaismus und Surrealismus.
Rahmenaußenmaß: 234,5 × 118,5 × 6 cm
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/en/objects/87177/megaphone-man-with-pylonsImage Request