Zeichnung eines Plafonds
Pierre Paul Sevin
zwischen 1689 und 1698
Die Ausführung der 14 Zeichnungen der Albertina (Inv. 26592 - Inv. 26605) müßte noch in die Zeit von Sevins Wirkens in Lyon (1689/90 - 1698) gefallen sein, datiert doch eine Zeichnung dieser Serie aus 1693. Wir sind sicher, daß vermutlich alle diese Blätter mit einer Ausnahme (Inv. 26603) ein und dieselbe Kirchenausstattung wiedergeben sollten. Sie wurden von der Albertina 1936 aus dem Kunsthandel (Christian Nebehay) vermutlich mit der irrtümlichen Annahme erworben, daß es sich um Entwürfe für die Ausstattung des Minoritenkonvents in Wien handelt, und in der II. Garnitur der "Französischen Schule" (heute "Diverse Schulen", Bd. X) der Albertina aufbewahrt. Anlaß für den Irrtum war zweifellos der umfangreiche Text auf Inv. 26593, wo vom Zeichner festgehalten wurde, daß diese Zeichnungen im Zusammenhang mit einer Ausstattung der "Eglise de Minimes a Vienne" ausgeführt wurden. Eine Tätigkeit Sevins in Wien ist nicht überliefert; vielmehr wird es sich bei den vorliegenden Blättern möglicherweise um Entwürfe oder auch um Nachzeichnungen einer Kirchenanlage der Minimen in Vienne, Frankreich, handeln. Einige der im folgenden katalogisierten Aquarelle sind stilistisch und technisch mit Zeichnungen im Louvre (Inv.Nrn. 32820, 32821, 32834 und 32836) bzw. mit einem aus dem Kunsthandel stammenden (Palais d'Orsay 24.11. 1977 [Kat. Nr. 18]) und vom Musée Carnavalet erworbenen Blatt vergleichbar.
Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Heinz Widauer (Bearb.), Die französischen Zeichnungen der Albertina. Vom Barock bis zum beginnenden Rokoko. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. X, Wien/Köln/Weimar 2004, S. 156ff., Nr. 841.
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/en/objects/88624/zeichnung-eines-plafondsImage Request