Die Eingangshalle der Regensburger Synagoge
Albrecht Altdorfer
1519
Albrecht Altdorfer war seit 1517 Mitglied des Äußeren Rates der Stadt Regensburg und in dieser Funktion unter anderem 1519 an der Vertreibung der jüdischen Gemeinde aus Regensburg beteiligt. In zwei Radierungen hielt er das Aussehen der mittelalterlichen Synagoge fest, die im Zuge dieses Gewaltakts zerstört wurde. Mit dem Einblick in die zweischiffige Halle mit rundbogigem Kreuzgewölbe auf schlanken Säulen erhob Altdorfer das Sujet der reinen Architekturdarstellung zum Bildthema. Er kam damit dem zeitgenössischen Interesse für perspektivische Raumkonstruktionen entgegen und regte möglicherweise auch Daniel Hopfer zu mehreren Radierungen an, die das Innere von Augsburger Kirchen, hier etwa der Dominikanerinnenkirche St. Katharina, zeigen. Während Altdorfers Blatt aber von jeder Narration befreit ist, nutzt Hopfer den Innenraum als Bühne für biblische Erzählungen. Das ausgestellte Blatt illustriert das Gleichnis vom Balken im eigenen Auge und dem Splitter im Auge des Nächsten (Matthäus 7,3), das dazu anregen soll, nicht über andere zu richten.
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