Josef von Führich, Jesus wird ans Kreuz genagelt (Karton zur elften Station der Kreuzwegfresken…
Jesus wird ans Kreuz genagelt (Karton zur elften Station der Kreuzwegfresken in der Pfarrkirche St. Johann Nepomuk, Wien II)
Josef von Führich, Jesus wird ans Kreuz genagelt (Karton zur elften Station der Kreuzwegfresken in der Pfarrkirche St. Johann Nepomuk, Wien II), Inv. Nr.: 44318
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Jesus wird ans Kreuz genagelt (Karton zur elften Station der Kreuzwegfresken in der Pfarrkirche St. Johann Nepomuk, Wien II)

Josef von Führich

1843/44




Künstler:in (Kratzau 1800 - 1876 Wien)
Date1843/44
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesKohle und schwarze Kreide, großflächig laviert und stellenweise schraffiert; graublaues Papier, oben gerundet, mehrfach zusammengestückt (ca. 16–25 Einzelbögen), an den Rändern und v. a. in den Ecken punktförmige Einstiche
Dimensions230,5 x 183,5 cm

CreditSchenkung der Erbengemeinschaft nach Joseph Führich
Object number44318
Text

Die Evangelien berichten nichts Genaueres über die Vorbereitung zur Kreuzigung Christi. Die Einbeziehung der rechts im Hintergrund über den Wortlaut der Inschrifttafel disputierenden Juden in die Szene der Kreuzannagelung ist eine Invention Führichs, die bereits auf den Prager Zyklus zurückgeht (vgl. Vorzeichnung in der Akademie der bildenden Künste Wien, Kupferstichkabinett). Entsprechend zu den Evangelien wollten die Hohepriester die Aufschrift, die Christus als König der Juden bezeichnet, abändern, was aber Pilatus nicht zuließ (Mk 15, 26; Lk 23, 28; Jo 19–22). Auf der gegenüberliegenden Seite ist Maria dargestellt, die – ebenfalls ungewöhnlich in diesem Zusammenhang – im Orantengestus ihr Leiden bezeugt; sie ist von Maria Magdalena und „der anderen Maria“ sowie von Johannes Evangelist umgeben, die Gesten reich ihre fassungslose Trauer zum Ausdruck bringen.
Führich folgt dem vor allem in Deutschland und den Niederlanden verbreiteten Bildtypus, in dem Christus auf das noch auf der Erde liegende Kreuz genagelt wird. Die Disposition der Figuren im Tiefenraum sowie das in einer Diagonale ins Bildfeld ragende Kreuz sind von #Albrecht Dürer inspiriert (vgl. die Zeichnung der Kreuzannagelung in der sog. „Grünen Passion“). Die spezifische Darstellung der Gestalt Christi zeigt offensichtliche Affinitäten zu dem im Vordergrund liegenden Ritter in #Friedrich Overbecks Wandbild „Odoardo und Gildippe“ (1826) aus #Torquato Tassos „Gerusalemme liberata“ im Casino Massimo in Rom. Führich war dieses Bild eng vertraut, da er von Overbeck die malerische Gestaltung dieses Illustrationszyklus im „Tasso-Saal“ des Casinos übernahm (1828/29).

Joseph Führich - Die Kartons zum Wiener Kreuzweg, Ausstellungskatalog, hg. von K. A. Schröder, Albertina, Wien 2005, S. 72.

Bibliography
  • AK Albertina 2005 c, Nr. XI (C. Reiter)
  • Provenance
  • Erbengemeinschaft nach Joseph Führich
  • Schenkung 2001

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/105648/jesus-wird-ans-kreuz-genagelt-karton-zur-elften-station-derImage Request
    Last edited15.04.2024