Leonhard von Eckh
Hans Lautensack
1553
Leonhard von Eckh (1480–1550) war engster Berater des bayrischen Herzogs Wilhelm IV. und erbitterter Kämpfer gegen die Reformation. Das radierte Porträt, das Hans Lautensack von ihm schuf, basiert auf einem Kupferstich Barthel Behams von 1527. In Auftrag gegeben wurde es vermutlich von Leonhards Sohn Oswald, der es als Gedenkbild an seinen wenige Jahre zuvor verstorbenen Vater fertigen ließ. Als Pendant dazu entstand das Porträt von Leonhards Frau Felicitas von Freyberg (1492 – nach 1553), deren schlichtes Gewand sie möglicherweise als Witwe charakterisiert und die vermutlich kurz zuvor verstorben war. Die beiden Arbeiten sind durch die einander zugewandten Dargestellten, die identische Gestaltung des Bildraumes und vor allem durch den die Blätter verbindenden Ausblick in eine Landschaft deutlich als Doppelporträt konzipiert. Erstaunlicherweise ist die Landschaft im Hintergrund als reine Radierung ausgeführt, während die Porträts und die architektonischen Elemente mehrheitlich gestochen sind.
