Maximilian und Maria von Burgund
Anonym
17. Jahrhundert?
Der originalen Bildaufschrift zufolge ist hier der junge Maximilian so dargestellt, wie er bei seinem ersten Zusammentreffen mit Maria von Burgund in Gent kurz vor ihrer Hochzeit im August 1477 gekleidet war. Durch diese Vermählung kam Burgund an das Haus Habsburg, nachdem Marias Vater, Karl der Kühne, Anfang 1477 im Krieg gegen die Lothringer und Eidgenossen gefallen war, ohne einen männlichen Nachfolger zu hinterlassen. Die Illustration war Teil einer heute verlorenen Bilderhandschrift mit Darstellungen historischer Persönlichkeiten, beschränkt sich jedoch auf die genaue Schilderung der Kleidung, während die Gesichter keine Ähnlichkeit zu den Dargestellten aufweisen.
Künstler:in
Anonym
Kopie nach
altniederländische Vorlage
Date17. Jahrhundert?
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesFeder in Grau, graubraun und im Inkarnat rötlich laviert
DimensionsAllgemein: 25,3 x 17,6 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number24425
InscribedText verso: »Anno D[omi]ni 1387 zu zeiten König Wenzels entstund / ein sehr groser Krieg, zwischen den fürsten des Reichs auf / einem, unnd dann der Reichs Stetten anderßtheils. Dieser / Krieg weret bey anderhalb Jarn lang. Unnd hielt die / Statt Nürmberg den gantzen Krieg uber ob 800 Pferd / ohne das fusvolckh. – Der Stett oberste Hauptlewt waren damals Peter Stromayr ein Burger zu Nurmberg unnd Habhafft Ehinger von Ulm / welcher beder Gestalt sampt ihren Symbolis sind / hernach aufgerissen«
WatermarkDoppeladler (Briquet 1019; 2. Hälfte 16. Jahrhundert)
TextLaut Bildüberschrift »In dergleichen Habit hat Kayser maximilian hochloblicher gedechtnus sein / verlobten Gemahel das frewlein von Burgund erstlich besucht« ist hier der junge Maximilian so dargestellt, wie er bei seinem ersten Zusammentreffen mit Maria von Burgund in Gent kurz vor ihrer Hochzeit im August 1477 gekleidet war. Durch diese Vermählung kam Burgund an das Haus Habsburg, nachdem Karl der Kühne Anfang 1477 im Krieg gegen den Herzog von Lothringen gefallen war, ohne einen männlichen Nachfolger zu hinterlassen. Der unbekannte Zeichner kopierte eine verlorene Illustration, die, entsprechend der Bildüberschrift lediglich auf die Kleidung des jungen Erzherzogs abzielte. Auf Porträtähnlichkeit wurde kein Wert gelegt. Auch die ideal-schöne Herzogin ist bloß an ihrem burgundischen Hennin zu erkennen.
Die verschollene Illustration muss sehr beliebt gewesen sein. Jedenfalls sind drei weitere Nachzeichnungen des späten 16. und 17. Jahrhunderts erhalten: eine mit identischer Bildüberschrift in Nürnberg (Nürnberg, GNM, Graphische Sammlung, HB. 2206/1266), eine ohne Text in Karlsruhe (Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Kupferstichkabinett, Brentel-Klebeband K, Inv. VIII 2676, fol. 62r oben), eine in Weimar (Klassik Stiftung Weimar, Graphische Sammlungen, Inv. KK 212). Letztere weist als einzige der vier Nachzeichnungen eine Pseudodatierung auf: »1493«. Möglicherweise wurde die mit gotischen Ziffern geschriebene Jahreszahl von der verschollenen Vorlage übernommen. Immerhin waren Maximilians vorne gerundete und geschlitzte Pantoffeln in den 1470er-Jahren noch lange nicht in Mode gewesen. Die Illustration ist somit nicht als authentische Wiedergabe des verlobten Paares misszuverstehen. Die Pseudodatierung könnte aber auch auf eine frühe Fehlinterpretation des dargestellten Paares zurückgehen, denn im Jahr 1493 vermählte sich Maximilian mit seiner zweiten Frau, Bianca Maria Sforza.
Die verschollene Illustration muss sehr beliebt gewesen sein. Jedenfalls sind drei weitere Nachzeichnungen des späten 16. und 17. Jahrhunderts erhalten: eine mit identischer Bildüberschrift in Nürnberg (Nürnberg, GNM, Graphische Sammlung, HB. 2206/1266), eine ohne Text in Karlsruhe (Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Kupferstichkabinett, Brentel-Klebeband K, Inv. VIII 2676, fol. 62r oben), eine in Weimar (Klassik Stiftung Weimar, Graphische Sammlungen, Inv. KK 212). Letztere weist als einzige der vier Nachzeichnungen eine Pseudodatierung auf: »1493«. Möglicherweise wurde die mit gotischen Ziffern geschriebene Jahreszahl von der verschollenen Vorlage übernommen. Immerhin waren Maximilians vorne gerundete und geschlitzte Pantoffeln in den 1470er-Jahren noch lange nicht in Mode gewesen. Die Illustration ist somit nicht als authentische Wiedergabe des verlobten Paares misszuverstehen. Die Pseudodatierung könnte aber auch auf eine frühe Fehlinterpretation des dargestellten Paares zurückgehen, denn im Jahr 1493 vermählte sich Maximilian mit seiner zweiten Frau, Bianca Maria Sforza.
Die Illustration war Teil einer heute verlorenen Bilderhandschrift mit Darstellungen historischer Persönlichkeiten. Dem rückseitigen Text zufolge zeigte das nächste Blatt zwei Hauptleute aus Nürnberg und Ulm aus der Zeit des Krieges zwischen dem von König Wenzel unterstützten schwäbischen Städtebund und den bayrischen Herzögen (1387–1389).
IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/11910/maximilian-und-maria-von-burgundImage RequestLast edited05.06.2024