Christus und die Samariterin
Rembrandt Harmensz. van Rijn
1634
Das Thema "Christus und die Frau von Samaria" wurde von Rembrandt wie auch von seinen Schülern und Nachfolgern in mehreren Gemälden, Zeichnungen und Radierungen dargestellt. Bei Johannes 4, 13-15 wird beschrieben, wie Christus bei der Quelle zu ihr spricht: "Wer von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten. Wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird ewiglich nicht dürsten; sondern das Wasser, was ich ihm geben werde, das wird in ihm ein Brunnen des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt. Spricht das Weib zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, auf dass mich nicht dürste und ich nicht herkommen müsse zu schöpfen." Als Christus ihr offenbart, dass er der Messias sei, begibt sich die Frau in die Stadt, um dies den Menschen mitzuteilen. Seine Jünger kehren mittlerweile gerade aus der Stadt zurück, und wundern sich, dass Jesus mit einer samaritischen Frau spricht, da die Juden und die Samariter offiziell nicht miteinander umgingen.
Ein Gemälde im Metropolitan Museum of Art, New York, zeigt die Hauptelemente der Erzählung: Christus und die Frau von Samaria bei der Quelle sowie die Jünger, die aus der im Hintergrund sichtbaren Stadt zurückkehren. Dieser Komposition zugrunde liegt die 1634 datierte Radierung von Rembrandt, die ihrerseits von einer Kopie nach einem - damals #Giorgione zugeschriebenen - Gemälde von #Moretto da Brescia (ca. 1520) inspiriert wurde, die sich in Rembrandts Besitz befand. In der Position der Hauptfiguren stimmt das Gemälde mit dieser Radierung überein; ganz anders wurden jedoch das architektonische Ambiente und die Hintergrundpartie gestaltet, während die Jünger sich der Hauptszene von links, und nicht wie in der Radierung von rechts nähern. Den bisherigen Erkenntnissen zufolge kann das Gemälde, zusammenfassend, als eine Arbeit bezeichnet werden, die von einem Nachfolger Rembrandts in den späten fünfziger Jahre geschaffen wurde.
Rembrandt, hrsg. Klaus Albrecht Schröder und Marian Bisanz-Prakken, Wien 2004, Abb. 136, S. 286.
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