Rembrandt Harmensz. van Rijn, Christus am Ölberg, Inv. Nr.: DG1926/146
Christus am Ölberg
Rembrandt Harmensz. van Rijn, Christus am Ölberg, Inv. Nr.: DG1926/146
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Christus am Ölberg

Rembrandt Harmensz. van Rijn

um 1652




Künstler:in (Leiden 1606 - 1669 Amsterdam)
Dateum 1652
Object TypeDruckgraphik
Object typePrint
Materials / TechniquesRadierung und Kaltnadel; Japanpapier; leichter Plattenton
Dimensions11,1 x 8,4 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object numberDG1926/146
EditionI [Seidlitz, dort Unterscheidung in I (Alte Abdrücke) und II (Neudrucke, London 1816 und 1820)]; 1. Zustand (New Hollstein)
Signedr.u. "Rembrandt f. 165(...)" (letzte Ziffer fehlt)
Text

Rembrandt hat um die Mitte der fünfziger Jahre einen der menschlich ergreifendsten Momente aus der Passionsgeschichte dargestellt, dazu in einer Phase, in der er in seinen erzählenden Zeichnungen ein Höchstmaß an Expressivität erreicht hatte (Hamburger Kunsthalle). In einem verhältnismäßig großen Breitformat präsentiert sich das Hauptmotiv gemeinsam mit den bei Lukas 22, 39-47 am ausführlichsten beschriebenen Ereignissen auf dem Ölberg, die sich im Bibeltext nacheinander abspielen. Im Bildzentrum steht die Szene, in der Christus nach seinem nächtlichen Seelenkampf von einem Engel Kraft empfängt; vor dieser Zweiergruppe steht der von Christus akzeptierte Kelch des Leidens. Ganz rechts sind die drei Jünger zu sehen, die Christus begleitet hatten, und die, vor Kummer erschöpft, während dieser für ihren Meister schweren Stunden eingeschlafen waren. Rechts im Hintergrund des Gartens Gethsemane nähert sich bereits die Schar der Männer, die ausgezogen war, um Christus nach dem Verrat des Judas zu verhaften.
Um 1657 behandelte Rembrandt den gleichen Themenkomplex in der hochformatigen Radierung, in der er die Hauptfiguren nicht seitenverkehrt, wohl aber in einer etwas anderen Position wiedergab. Hier umfasst der gleichfalls von einem breiten Lichtstrahl begleitete Engel die Körpermitte des knienden, diesmal frontal wiedergegebenen Christus, dessen leidender Gesichtsausdruck mit den geschlossenen Augen im Fokus der Darstellung steht. Die übrigen Bildkomponenten verhalten sich zur Zeichnung spiegelverkehrt, wurden in ihrer Anordnung aber dem Hochformat angepasst. En wesentlicher Unterschied zur Zeichnung besteht in der Nachtstimmung: Die Szene zeigt sich in einem flackernden Helldunkel, wobei der von dunklen Wolken teils verdeckte Vollmond und der geheimnisvolle Schein des Engels die einzigen Lichtquellen bilden. Der hier gezeigte Druck wirkt durch den Plattenton und die kräftige Gratwirkung besonders stimmungsvoll. 

Rembrandt, hrsg. Klaus Albrecht Schröder und Marian Bisanz-Prakken, Wien 2004, Abb. 110, S. 242.

Catalogue raisonné
  • Bartsch 1797 75
  • Hollstein Dutch & Flemish XVIII.40.B 75
  • White/Boon B 75
  • New Hollstein Dutch & Flemish 269 I
  • Bibliography
  • AK Albertina 1970/71, Nr. 277
  • AK Albertina 2004, Nr. 110 (M. Bisanz-Prakken)
  • Provenance
  • Albertina, Altbestand

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/122462/christus-am-olbergImage Request
    Last edited27.07.2021