Diana im Bade
Rembrandt Harmensz. van Rijn
um 1631
Platte: 17,7 × 16 cm
Die nahezu gleichformatigen, um 1631 entstandenen Radierungen "Diana im Bad" und "Nackte Frau auf einem Erdhügel sitzend" (Inv. DG1926/341) wurden sehr wahrscheinlich als Paar konzipiert; im Medium der Druckgrafik setzte Rembrandt sich hier vielleicht erstmals (siehe auch Inv. DG1926/354) mit dem nackten menschlichen Körper auseinander. Die Darstellung der Diana wurde durch eine Kreidestudie vorbereitet, deren Umrisse auf die Platte übertragen wurden (London, British Museum). Durch ihre Positionierung in der freien Natur und durch ihr Attribut, den vor ihr liegenden Pfeilköcher, ist sie als die Göttin der Jagd erkennbar. Von der anderen Frau, die sich ohne Attribut zeigt, wird vermutet, dass sie eine Nymphe im Gefolge der Diana darstellen könnte. Gegenüber der durch Frisur und Körperhaltung kultiviert wirkenden Göttin, deren Körper ebenmäßig hell beleuchtet wird, scheint die andere Gestalt den Typus eines unverdorbenen Naturwesens zu vertreten. Bei der Dianagestalt ging es Rembrandt vor allem um die subtile Wiedergabe der hellen Haut, deren Oberflächenwirkung durch äußerst zarte Strichkonstellationen vermittelt wird. Von den beiden Radierungen ist die sitzende "Nymphe" aufgrund des unorthodoxen Realismus und der intensiven Lichteffekte die zweifellos wirkungsvollere Darstellung.
Rembrandt, hrsg. Klaus Albrecht Schröder und Marian Bisanz-Prakken, Wien 2004, Abb. 57, S. 150.
