Rembrandt Harmensz. van Rijn, Jan Uytenbogaert, Inv. Nr.: DG1926/463
Jan Uytenbogaert
Rembrandt Harmensz. van Rijn, Jan Uytenbogaert, Inv. Nr.: DG1926/463
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Jan Uytenbogaert

Rembrandt Harmensz. van Rijn

1635




Künstler:in (Leiden 1606 - 1669 Amsterdam)
Date1635
Object TypeDruckgraphik
Object typePrint
Materials / TechniquesRadierung und Kaltnadel
Dimensions22,4 x 18,7 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object numberDG1926/463
Edition4. Zustand (Seidlitz) 5. Zustand (ab dem 3. Zustand oktogonal zugeschnitten, Hollstein); 5. Zustand (New Hollstein)
InscribedUnten: Quem pia mirari plebes, quem castra solebant, / damnare et mores aula coacta suos, / Jactatus multum, nec tantum fractus ab annis / VVTENBOGARDVS sic tunus, Haga, redit. / HGrotius.
Signedl.o. "Rembrandt ft "; r.o. "1635."
Text

In dieser 1635 datierten Radierung hat Rembrandt hat den 78-jährigen Johannes Uytenbogaert (1557-1644, auch Wtenbogaert geschrieben) wiedergegeben, der in seinem Land  eine prominente und einflussreiche Persönlichkeit war. Am Anfang seiner Laufbahn wurde er als Lehrer für den Prinzen #Frederik Hendrik nach Den Haag berufen und war dann Prediger am Hof des #Prinzen Maurits. Er war Hauptsprecher (später Leiter) der Remonstranten, die gegen die streng-calvinistischen Contra-Remonstranten gerichtet waren. In der Kontroverse über die Frage der göttlichen Vorbestimmung spielte Uijtenbogaert, der sich energisch für religiöse Toleranz einsetzte, eine Hauptrolle. Die Auseinandersetzungen weiteten sich zu einem umfassenden politischen Konflikt aus, so dass Uytenbogaert 1618 seiner Überzeugung wegen ins Exil gehen musste. Nach seiner Rückkehr in die Niederlande (1626) bezog er wieder sein altes Haus in Den Haag.
Der in die Radierung integrierte Text stammt vom berühmten Juristen #Hugo de Groot, der gleichfalls zu den Remonstranten gehörte und sich 1635 immer noch in der Verbannung befand. Die Zeilen beziehen sich auf Uijtenbogaerts Exilsituation wie auch auf dessen Rückkehr nach Den Haag.
Zwei Jahre zuvor (1633) hatte Rembrandt im Auftrag des remonstrantischen Kaufmannes, Abraham Antonisz. Recht, das Bildnis des berühmten Pastors gemalt (Amsterdam, Rijksmuseum). Für das Gemälde hatte Uijtenbogaert für Rembrandt Modell gesessen; ob er dies auch für die Radierung tat, ist nicht bekannt. Vielleicht entstand während dieser Porträtsitzung eine Zeichnung, von der Rembrandt in seiner Radierung ausging. Zwischen der Radierung und dem Gemälde ist in Bezug auf die Physiognomie eine weitgehende Ähnlichkeit feststellbar. Im ersten der insgesamt fünf Zustände der Radierung ist zu sehen, dass Rembrandt zunächst ein Ovalformat geplant hat. Im dritten Zustand fügte er im Hintergrund eine Säule und einen dunklen Bogen hinzu; auch setzte er überall stärkere Schatten ein. Der Text wurde hinzugefügt, und die Platte wurde zu einem Oktogon zugeschnitten. Im vierten Zustand hat Rembrandt den  Vorhang mit weiteren Schatten versehen und im hier gezeigten fünften Zustand hat er den Randbereich der Platte gereinigt. Charakteristisch für Rembrandts Radierstil dieser Jahre ist das dichte Netzwerk an feinen Linien, mit dem die ganze Fläche überdeckt wird. Die subtilste Differenzierung wurde dabei den Partien des Gesichts, des Kragens und des Pelzumhangs zuteil.

Rembrandt, hrsg. Klaus Albrecht Schröder und Marian Bisanz-Prakken, Wien 2004, Abb. 89, S. 210.

Catalogue raisonné
  • Bartsch 1797 279
  • Hollstein Dutch & Flemish XVIII.131.B 279 V
  • White/Boon B 279 V
  • New Hollstein Dutch & Flemish 153 V
  • Bibliography
  • AK Albertina 1970/71, Nr. 96
  • AK Amsterdam/London 2000/01, Nr. 26 (E. Hinterding)
  • AK Albertina 2004, Nr. 89 (M. Bisanz-Prakken)
  • Provenance
  • Hofbibliothek

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/124813/jan-uytenbogaertImage Request
    Last edited07.10.2025

    There are no works to discover for this record.