Apollo und Daphne
Pierre Mignard
zwischen 1635 und 1656 ?
Von J.-C. Boyer (1980, Nr. 3, p, 156, Abb. 5) in die Zeit des Italienaufenthaltes des Künstlers datiert. Stilistisch vergleichbar mit Zeichnungen Mignards im Louvre (Inv. 31018, GM 10074 und Inv. 31055, GM 10070), die ebenfalls vor und in die Zeit von Mignards Italienaufenthalt 1635-1656 datiert werden. Abgesehen von der kompositionellen Anlehnung dieses Blattes an Berninis Apollo und Daphne-Gruppe, heute in der Galleria Borghese, geht auch Mignards Annäherung an den Zeichenstil italienischer Zeitgenossen mitunter so weit, daß man manchmal sogar die Hand Giovanni Bilivertis (1576-1644) zu spüren vermeint (z. B. Louvre Inv. 31.057; GM 10072 siehe: Monbeig-Goguel, Lauriol 1979, pp, 20/21, Tf. 19 und Paris 1984/85, p. 85, Nr. 108). Thematisch und vielleicht auch kompositionell ist die Albertina-Zeichnung möglicherweise eine Vorwegnahme zweier heute verlorener Gemälde zu diesem Thema, die allerdings später als das vorliegende Blatt, nämlich in die 80er Jahre, datiert wurden. Pendants zu diesen beiden Gemälden, zwei Fassungen von "Pan und Syrinx", befinden sich heute im Louvre bzw. in der Sarah Campbell Blaffer Foundation in Houston (siehe Paris, Philadelphia, Fort Worth 1991, pp. 4-7, Nr. 1; siehe auch Boyer 1980, p. 156, Anm. 18, Abb. 5).
Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Heinz Widauer (Bearb.), Die französischen Zeichnungen der Albertina. Vom Barock bis zum beginnenden Rokoko. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. X, Wien/Köln/Weimar 2004, S. 40, Nr. 428.
