Allegorie des Todes eines Künstlers
Pierre Mignard
um 1649/1650 ?
In Strichführung und Technik mit dem folgenden Blatt (F. 426 = Inv.11601) vergleichbar. Die traditionelle Zuschreibung wurde von J.-c. Boyer bestätigt (schriftliche Mitteilung an E. Knab vom 7. 3. 1981). Vermutlich ist das Blatt in Italien entstanden. Schwierig zu deuten und offenbar selten anzutreffen ist das Sujet der Zeichnung: Die Personifikation der Malerei wird von Pallas Athene in einen Aktsaal geführt, wo die Personifikationen der Zeit und der Wahrheit sowie Genien im rechten Vordergrund offenbar den Tod eines Künstlers beklagen. Möglicherweise ist diese Zeichnung eine Hommage an Mignards 1649 verstorbenen Lehrer Simon Vouet, der 1624 als erster ausländischer Künstler zum princeps der Accademia di San Luca ernannt wurde und dessen Nachruhm in Italien auch noch während Mignards Aufenthalt in Rom 1635-1656 lebendig war. Würde diese Hypothese stimmen, so ließe sich die Zeichnung um 1649/50 datieren.
Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Heinz Widauer (Bearb.), Die französischen Zeichnungen der Albertina. Vom Barock bis zum beginnenden Rokoko. Beschreibender Katalog der Handzeichnungen in der Albertina, Bd. X, Wien/Köln/Weimar 2004, S. 39f, Nr. 425.
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