Innenansicht der Sankt-Laurens-Kirche (Groote Sint Laurenskerk) in Alkmaar
Pieter Jansz. Saenredam
1661
Rahmenaußenmaß 70,5 × 85,3 × 4,7 cm
Pieter Jansz. Saenredam war der Sohn des Kupferstechers #Jan Pietersz. Saenredam, eines Schülers von #Hendrick Goltzius. Von 1612 bis 1623 war er Schüler und Mitarbeiter von #Frans de Grebber in Haarlem. 1628 begann er mit dem Zeichnen und Malen von architektonischen Motiven; in dieser Phase wurde er mit dem berühmten Architekten #Jacob van Campen und dem Haarlemer Maler #Salomon de Bray bekannt. Im niederländischen 17. Jahrhundert war Saenredam der unübertroffene Maler und Zeichner von Kirchen und anderen Gebäuden, wobei er sich vor allem auf die Interieurs konzentrierte.
Die hier präsentierte großformatige Arbeit gehört zu einer Serie von Interieuransichten der Groote Kerk (oder St. Laurentiuskirche), die Saenredam während seines Aufenthalts in Alkmaar im Jahr 1661 - vier Jahre vor seinem Tod - gezeichnet hat. Eine weitere Zeichnung dieser Serie in der Albertina gibt in einer Einzelstudie die große Orgel der Kirche mit geöffneten Flügeln wieder (Inv. 8566). Bereits 1638/39 hatte Saenredam eine Konstruktionszeichnung dieser Wand für den Architekten #Jacob van Campen angefertigt, der mit dem Entwurf für eine neue Orgeleinfassung beauftragt worden war.
Die Innenansicht der Groote Kerk stimmt weitgehend mit einem Saenredam oder einem Nachfolger zugeschriebenen Gemälde überein, das sich im Stedelijk Museum in Alkmaar befindet, in dem die Orgel allerdings geöffnet ist, wie in der erwähnten Einzelstudie. Die Möglichkeit, dass dieses Gemälde nicht von Saenredam selbst, sondern von seinem Nachfolger #Isaak van Nickelen angefertigt wurde, wird nicht ausgeschlossen (vgl. Schwartz/Bock 1990).
Saenredam bereitete seine Gemälde sorgfältig mit Detailstudien sowie Konstruktionszeichnungen und aquarellierten Blättern vor. Charakteristisch für seine bildhaften Interieurdarstellungen ist die suggestive Natürlichkeit. In der hier gezeigten Ansicht entspricht der niedrige, etwas außerhalb des Zentrums positionierte Fluchtpunkt der Stellung des Betrachters, der so gleichzeitig sowohl den Eindruck einer großen Tiefe als auch einer immensen Höhe der Architektur erhält. Die große Entfernung zwischen Vorder- und Hintergrund wird durch die nahsichtige Wiedergabe der Mauer und des sich unmittelbar öffnenden Kreuzgangs spürbar gemacht. Unübertroffen ist Saenredam in der Wiedergabe des von den weißen Mauern aufgefangenen und in den Schattenpartien vielfach gebrochenen Lichts. Dabei wechseln die behutsam eingesetzten Farbakzente mit dem hellen, durch zarte Grau- und Braunnuancen belebten Grundton des Papiers effektvoll ab.
Marian Bisanz-Prakken, in: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Die großen Meister der Albertina (Kat. Best. Albertina, Wien 2008), Petersberg 2008, Nr. 83.
Pieter Jansz. Saenredam war der Sohn des Kupferstechers Jan Saenredam (siehe Inv. 8002). Von 1612 bis 1623 war er Schüler und Mitarbeiter von Frans Pietersz. de Grebber in Haarlem. 1628 begann er mit dem Zeichnen und Malen von architektonischen Motiven. Im niederländischen 17. Jahrhundert war Saenredam der unübertroffene Maler und Zeichner von Kirchen und anderen Gebäuden, wobei er sich vor allem auf Interieurs konzentrierte.
Die hier präsentierte großformatige Arbeit gehört zu einer Serie von Innenansichten der Sankt-Laurens-Kirche, die Saenredam während seines Aufenthalts in Alkmaar im Jahr 1661 gezeichnet hat. Die Ansicht stimmt weitgehend mit einem Gemälde überein, das sich im Stedelijk Museum in Alkmaar befindet, auf dem die Flügeltüren der Orgel allerdings geöffnet sind.
Saenredam bereitete seine Gemälde durch Detailstudien, Konstruktionszeichnungen und aquarellierte Blätter sorgfältig vor. Charakteristisch für seine Interieurdarstellungen ist deren unmittelbare Natürlichkeit. In der hier gezeigten Ansicht entspricht der niedrige, etwas außerhalb des Zentrums positionierte Fluchtpunkt dem Blickwinkel des Betrachters, der so den Eindruck großer Tiefe als auch immenser Höhe der Architektur erhält. Unübertroffen ist Saenredam in der Wiedergabe des durch die weißen Mauern reflektierten und in den Schattenpartien vielfach gebrochenen Lichts. Dabei wechseln sich die behutsam eingesetzten Farbakzente mit dem hellen, durch zarte Grau- und Braunnuancen belebten Grundton des Papiers effektvoll ab.
Bosch, Bruegel, Rubens, Rembrandt. Meisterwerke der Albertina, hg. von K. A. Schröder und C. Metzger, Albertina, Wien, Ostfildern 2013, Abb. 136, S. 284.
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