Pietro da Cortona, Büste einer jungen Frau nach links, Inv. Nr.: 24554
Büste einer jungen Frau nach links
Pietro da Cortona, Büste einer jungen Frau nach links, Inv. Nr.: 24554
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

Büste einer jungen Frau nach links

Pietro da Cortona

1637




Künstler:in (Cortona 1596 - 1669 Rom)
Date1637
Object TypeZeichnung
Object typeDrawing
Materials / TechniquesSchwarze Kreide, Rötel, weiß gehöht, auf graubraunem Papier
Dimensions33,5 x 22 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object number24554
Inscribedr.u. "Di Pietro. da C:" (in Feder)
Markingsl.u. Luigi Grassi (Lugt Supplément 1171b)
Text

Zu den bedeutendsten Werken von Pietro da Cortona, einem der richtungsweisenden Hauptmeister des italienischen Barock, zählen die Fresken der vier Zeitalter im Palazzo Pitti in Florenz. 1637 beauftragte Großherzog #Ferdinand II. den Künstler mit der Dekoration des Raumes (Camera della Stufa), von der in wenig mehr als zwei Monaten die Darstellungen des "Goldenen" und des "Silbernen Zeitalters" vollendet waren. Die beiden anderen Fresken der Stufa stellte er nach einer Unterbrechung von fast vier Jahren 1641 fertig. Auf der Zeichnung hat Cortona die Büste der knienden jungen Frau studiert, die im rechten unteren Eck des "Goldenen Zeitalters" einem Knaben Blumen reicht. Sofort fällt die Sicherheit ins Auge, mit der er das Gewand mit nur flüchtigen Kreidestrichen angedeutet und in Aufsicht Oberkörper und Haupt mit fließenden, zusammenfassenden Strichen plastisch herausmodelliert hat. Durch die Rottöne im Gesicht und die mit weißer Kreide aufgesetzten Glanzlichter erhält die Gestalt eine äußerst frische und natürliche Wirkung. Ihre mädchenhafte Gelöstheit und Anmut verbinden sich dabei mit "Zügen von schelmischer Koketterie und halbverdeckter Sinnlichkeit", wie Alfred Stix (1930, S. 182) treffend bemerkt hat. Die genaue Beobachtung ihrer Gesichtszüge und die souveräne Wiedergabe der Gestalt lassen an das Studium nach einem Modell denken. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass der Künstler in dieser Zeit Mädchen aus seiner Nachbarschaft gezeichnet und diese Bildnisse für Fresken in der Camera della Stufa und anderen Malereien verwendet hat (siehe Merz 2005, S. 57, S. 450, Anm. 153). Das Blatt der Albertina könnte somit nach einem dieser Modelle entstanden sein.

vgl. Achim Gnann, in: Klaus Albrecht Schröder (Hg.), Die großen Meister der Albertina (Kat. Best. Albertina, Wien 2008), Petersberg 2008, Nr. 108.

Catalogue raisonné
  • Stix 1932, 704
  • Birke/Kertész IV
  • Bibliography
  • A. Stix, Barockstudien, in: Belvedere 1930, II, p. 182, Anm. 2, Taf. 122
  • Briganti 1962, p. 312, Fig. 170
  • A.K. Disegni di Pietro Berettini da Cortona per gli affreschi di Palazzo Pitti (bearb. v. M. Campbell), Florenz (Uffizien) 1965, Kommentar zu Nr. 12
  • K.O.K. 1971, Nr. 78
  • M. Campbell, Pietro da Cortona at the Pitti Palace, Princeton 1977, p. 265, Nr. 26
  • Briganti 1982, p. 312, Fig. 170
  • J. Merz, Cortona-Studien (Diss., Ms.), Tübingen 1985, p. 305
  • A.K. Washington 1984/85, Nr. 61
  • Birke 1991, p. 146, Abb. 179
  • AK Albertina/Washington/New York 1985/86, Nr. 61 (E. Knab)
  • Merz 2005, S. 450, Anm. 152
  • Schröder 2008, Nr. 108 (A. Gnann)
  • Jörg Martin Merz, "Kopien nach den Imitationen von Zeichnungen Pietro da Cortonas", in: Fälschung-Plagiat-Kopie. Künstlerische Praktiken in der Vormoderne, Hg. Birgit Ulrike Münch u.a., Petersberg 2014, S. 109-126, S. 115, Abb. 15
  • Albertina, Rubens bis Rembrandt, hrsg. von Klaus Albrecht Schröder, Bad Vöslau: Grasl Druck & Neue Medien 2003, Abb. 8
  • Provenance
  • Luigi Grassi
  • 1923 erworben von Frits Lugt

  • IIIF Logo IIIFPermalinkhttps://sammlungenonline.albertina.at/objects/13518/buste-einer-jungen-frau-nach-linksImage Request
    Last edited01.10.2019

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