Aktselbstbildnis
Egon Schiele
1912
Darstellung: 42 × 21,5 cm
Im Gegensatz zu Deutschland, wo die Druckgrafik im Expressionismus eine große Rolle spielte, verwendeten wenige österreichische Künstler dieser Zeit druckgrafische Techniken in vergleichbarer Weise.
Im Auftrag der Münchner Künstlervereinigung Sema fertigte Schiele 1912 seine ersten Druckgrafiken an. Der „Akt“, von dem sich auch ein Abzug in der Albertina befindet, wurde in der Sema-Mappe 1912 veröffentlicht. Der Akt stellt ein Selbstbildnis Schieles dar, in dem er seine asketisch-leptosome Erscheinung ebenso forciert wie den kritisch-grübelnden Geist, der sich in seiner Kopfhaltung manifestiert. An die Stelle der Bleiweißumrahmung tritt in der Lithografie das Schwarz der Tusche.
Die SEMA-Mappe (Inv. DG1912/703/1 - Inv. DG1912/703/15) enthält 15 Kreidelithographien nach "Originalsteinzeichnungen"; Auflage 215; 15 davon waren auf Japanischem Bütten mit beigelegter Originalzeichnung jeweils eines der beteiligten Künstler (u.a. Kubin, Oppenheimer, Schiele).
Das Exemplar der Albertina: Nr. 93 der Normalausgabe.
