Egon Schiele, SHAW ODER DIE IRONIE; DR. EGON FRIEDELL, Inv. Nr.: DG2003/1125
SHAW ODER DIE IRONIE; DR. EGON FRIEDELL
Egon Schiele, SHAW ODER DIE IRONIE; DR. EGON FRIEDELL, Inv. Nr.: DG2003/1125
Credit: ALBERTINA, Wien Image: ALBERTINA, Wien

SHAW ODER DIE IRONIE; DR. EGON FRIEDELL

Egon Schiele

1912




Künstler:in (Tulln 1890 - 1918 Wien)
Druck (Österreich, 1905 - 1981)
Date1912
Object TypeDruckgraphik
Object typePrint
Materials / TechniquesFarblithographie Color lithography
DimensionsBlatt: 63 × 36,5 cm
CreditALBERTINA, Wien
Object numberDG2003/1125
SignedM.r. "S.10." (im Druck)
Text

Ein grimassierendes, leuchtend orange gefärbtes Porträt beherrscht den oberen Teil des Plakates, das zu einem Vortrag von #Dr. Egon Friedell einlädt. Rudolf Leopold recherchierte als genaues Datum, an dem dieser Vortrag gehalten wurde, den 11. April 1912 (Leopold 1972, S. 144). Damit wurde Schieles grimassierender Kopf, der mit „S 10“ datiert ist, zwei Jahre nach seiner Entstehung für dieses Plakat verwendet.

Der ausdrucksstarke Kopf, der zur Gestaltung des Plakats herangezogen wurde, stellt ein Selbstbildnis Schieles dar. Die grafisch vereinfachte, monogrammierte und datierte Variante beruht auf einem Aktselbstporträt des Jahres 1910, das sich ebenfalls in der Albertina befindet (Inv. 30766). In der vorliegenden Form wurde das Selbstbildnis in anderen Zusammenhängen auch für weitere Plakate (Plakat „Musikfestwoche“ 1912) und Zeitschriftencover (Umschlag „Krieg“ der Zeitschrift „Der Ruf“, Mai 1912) verwendet.

#Egon Friedell, 1878 in Wien geboren, erlangte als Schriftsteller, Philosoph, Kulturhistoriker, Kabarettist und Schauspieler internationale Berühmtheit. 1904 promovierte er an der Universität Wien und gehörte als junger Schriftsteller zum Kreis rund um #Peter Altenberg und #Alfred Polgar. Von 1908-1910 war er künstlerischer Leiter des 1907 eröffneten „Kabarett Fledermaus“, verfasste Theaterstücke und stand auch als Schauspieler auf der Bühne.

Nach dem Ersten Weltkrieg schrieb #Friedell für verschiedene Medien. Parallel dazu arbeitete er von 1919 bis 1927 mit und unter #Max Reinhardt als Regisseur, Dramaturg und Schauspieler in Berlin und Wien. Aufgrund gesundheitlicher Probleme war #Friedell ab 1927 als freier Schriftsteller tätig. Internationale Bekanntheit erreichte er mit seinem dreibändigen Werk „Kulturgeschichte der Neuzeit“ (1927-1931).

1937 wurden #Friedells Werke von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und 1938 verboten. Aus Angst vor einer Verhaftung durch die Gestapo nahm sich #Friedell 1938 durch einen Sprung aus dem Fenster seiner Wohnung das Leben.

Anna Hanreich, in: Museo Guggenheim Bilbao (Hg.), Egon Schiele. Obras del Albertina Museum, Viena, (Kat. Ausst., Museo Guggenheim Bilbao, Bilbao 2012/2013), Bilbao 2012, S. 120 (in spanischer Sprache).

Catalogue raisonné
  • Mascha 18
  • Bibliography
  • Ottokar Mascha, Österreichische Plakatkunst, Kunstverlag J. Löwy, Wien, o.J., Abb. 18 (Farbe)
  • Hellmut Rademacher, Das Deutsche Plakat, Von den Anfängen bis zur Gegenwart, Dresden 1965
  • Anna Hanreich in: Museo Guggenheim Bilbao (Hg.), Egon Schiele. Obras del Albertina Museum, Viena, (Kat. Ausst., Museo Guggenheim Bilbao, Bilbao 2012/2013), Bilbao 2012, S. 120 (in spanischer Sprache)
  • Helmut Friedel und Helena Pereña (Hg.), Egon Schiele "Das unrettbare Ich". Werke aus der Albertina, Ausst.- Kat. Städtische Galerie im Lenbachhaus München, Köln 2011, Nr. 2
  • Klaus Albrecht Schröder, in: Museo Guggenheim Bilbao (Hg.), Egon Schiele. Obras del Albertina Museum, Viena, (Kat. Ausst., Museo Guggenheim Bilbao, Bilbao 2012/2013), Bilbao 2012, S. 120-121 (in spanischer Sprache)
  • Provenance
  • Sammlung Ottokar Mascha (1852-1929), Wien
  • Hofbibliothek

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    Last edited19.05.2022