Plakat der 49. Ausstellung der Secession
Egon Schiele
1918
Das Plakat für die 49. Ausstellung der Wiener Secession im März 1918 bezieht sich auf Schieles Gemälde Die Freunde (Tafelrunde) aus dem Jahr 1918. Dort zeigt sich Schiele mit einigen seiner Freunde an einem L-förmigen Tisch versammelt. Unter den Anwesenden sind Albert Paris Gütersloh, Otto Wagner und Alfred Kubin. Schiele selbst sitzt am Haupt der Tafel.
Für die gleichzeitig entworfene Farblithografie hat Schiele die Formen vereinfacht und die Figurenaufteilung verändert. Der leere Stuhl ihm direkt gegenüber war ursprünglich für Gustav Klimt reserviert, der mittlerweile jedoch verstorben war. Die Gedecke wurden durch Bücher ersetzt, um den intellektuellen Anspruch der illustren Freundesrunde zu unterstreichen.Das Ausstellungsplakat für die 49. Ausstellung der Wiener Secession rekurriert auf Schieles Gemälde „Die Freunde (Tafelrunde)“ aus dem Jahr 1918. Das Gemälde zeigt Egon Schiele mit einigen seiner Freunde rund um einen L-förmigen Tisch versammelt. Eine eindeutige Identifizierung der Dargestellten ist nicht möglich, doch werden folgende Namen für die Protagonisten der Tafelrunde genannt: #Albert Paris Gütersloh, #Georg Merkel, #Felix Albrecht Harta, #Georg Kars, #Otto Wagner, #Alfred Kubin und #Anton Faistauer (Natter, Trummer (Hg.): Die Tafelrunde, 2006, S. 76). Titel und Anordnung der Personen verweisen einerseits auf die Legende von #König Artus, aber vor allem auch auf das christliche Motiv des letzten Abendmahls. Egon Schiele selbst sitzt am Haupt der Tafel. Im Gemälde streicht er seinen Anspruch auf Anführerschaft zusätzlich durch seine weiße Kleidung hervor. Seine Handhaltung erinnert dort auch an frühere Selbstbildnisse. Demgegenüber beruhigt Schiele auf der Lithografie den Umriss des Oberkörpers und der Extremitäten.
Insgesamt zeigt die Farblithografie des Plakats im Unterschied zum Gemälde eine Vereinfachung der Formen und eine leicht veränderte Figurenaufteilung. Der Stuhl direkt gegenüber von Schiele, ursprünglich vorgesehen für den kurz zuvor verstorbenen #Gustav Klimt, bleibt leer. Am unteren Rand fügt Schiele einen breiten weißen Balken mit fetten Schriftzeichen in den alles andere umgebenden flächigen schwarzen Hintergrund ein. So werden das leicht querformatige Gemälde in das hochformatige Plakat übergeführt und gleichzeitig relevante Informationen integriert.
Die Darstellung und Manifestation von Schieles Freundschaften ist eine Ebene des Bildes. Abgesehen davon markiert das Plakat für die 49. Ausstellung der Wiener Secession im März 1918 den Zeitpunkt des endgültigen künstlerischen und finanziellen Durchbruchs Schieles. Egon Schiele konnte diesen Erfolg nur kurze Zeit genießen, er starb im Oktober 1918 an der Spanischen Grippe.
Anna Hanreich, in: Museo Guggenheim Bilbao (Hg.), Egon Schiele. Obras del Albertina Museum, Viena, (Kat. Ausst., Museo Guggenheim Bilbao, Bilbao 2012/2013), Bilbao 2012, S. 198 (in spanischer Sprache).
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